Russland

Sankt Petersburg verhängt Impfpflicht für Senioren und chronisch Kranke

Die Behörden in Sankt Petersburg haben die Impfung gegen COVID-19 für Menschen über 60 Jahren sowie für chronisch kranke Menschen verbindlich gemacht. Von der Maßnahme sind außerdem Beschäftigte einiger Berufsbereiche betroffen.
Sankt Petersburg verhängt Impfpflicht für Senioren und chronisch KrankeQuelle: Sputnik © Pawel Bednjakow

Die neuen Regeln gehen aus einer aktualisierten Verordnung der Chefsanitätsärztin der Stadt und Leiterin der Sankt Petersburger Verwaltung der russischen Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadsor Natalia Beschketowa hervor. Laut dem Dokument, das am Dienstag der Nachrichtenagentur RIA Nowosti vorlag, gilt die Zwangsimpfung fortan sowohl für Bürger der Stadt im Alter von über 60 Jahren als auch für Menschen mit chronischen Krankheiten, darunter Lungen- und Bronchialerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie endokrinen Erkrankungen wie Diabetes und Fettleibigkeit.

Von der Impfpflicht sind auch bestimmte Mitarbeiterkategorien betroffen. Dazu zählen Arbeitnehmer in der Industrie, dem verarbeitenden und dem Baugewerbe sowie dem Verkehrssektor, einschließlich des Personals des Flughafens Pulkowo, der Fluggesellschaften und Häfen.

Die Verordnung verpflichtet die betroffenen Bevölkerungsgruppen außerdem, sich bis zum 15. Dezember die erste Dosis der Zwei-Komponente-Impfung gegen das Coronavirus verabreichen zu lassen, während die zweite Dosis bis zum 15. Januar zu verimpfen ist. Die Impfung sollte mindestens 80 Prozent der Arbeitnehmer der aufgezählten Geschäftsbereiche erfassen, hieß es.

Wegen der anhaltend angespannten Corona-Lage in der zweitgrößten Metropole Russlands gilt in der Stadt seit Montag eine Reihe von Einschränkungen im öffentlichen Leben. So werden die Arbeitszeiten von Restaurants, Kinos, Konzerthallen und Ausstellungen auf 23 Uhr begrenzt. Ab dem 15. November wird der Zutritt zu Schwimmbädern, Fitnessstudios, Sporthallen, Unterhaltungsorten und Hochzeitszeremonien nur beim Vorlegen eines QR-Codes erlaubt. Ab Dezember soll die Forderung nach einem Impfzertifikat dann auch auf die Gastronomie und den Einzelhandel ausgeweitet werden.

Am Dienstag wurden in Sankt Petersburg die russlandweit drittmeisten neuen Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden (2.680) nach der Hauptstadt Moskau (5.287) und dem Moskauer Gebiet (2.818) nachgewiesen. Insgesamt wurden in Russland im selben Zeitraum 39.160 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, was einen leichten Rückgang im Vergleich zu den Vortagen bedeutet. Die Zahl testpositiver Sterbefälle im Land befindet sich dennoch immer noch auf Wachstumskurs. Am Dienstag erzielte Russland mit 1.211 Todesfällen im Zusammenhang mit COVID-19 innerhalb eines Tages ein neues Allzeithoch seit Beginn der Pandemie.

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