Russland

Russiche Ärztegewerkschaft bricht Beziehung zu Nawalny-Organisationen ab

Die Chefin einer Ärztegewerkschaft, die dem Kremlkritiker Alexei Nawalny Unterstützung geleistet hat, beendet offen die Beziehung zu dessen in Russland verbotenen Anti-Korruptions-Stiftung. Die Gewerkschaft sei ausgenutzt worden. Die Opposition wittert politischen Druck.
Russiche Ärztegewerkschaft bricht Beziehung zu Nawalny-Organisationen abQuelle: Sputnik © Jewgeni Odinokow

Anastassia Wassiljewa, die Vorsitzende der Gewerkschaft Allianz der Ärzte ist mit Kritik an der Stiftung zur Bekämpfung der Korruption, die von Kremlkritiker Alexei Nawalny gegründet worden war und deren Tätigkeit aktuell in Russland verboten ist, an die Öffentlichkeit getreten. Auf Facebook veröffentlichte Wassiljewa einen Beitrag, in dem sie einen Abbruch der Beziehung zu der Organisation ankündigt. Der Aktivistin zufolge ist die Gewerkschaft von Nawalny-Verbündeten ausgenutzt worden:

"Sobald wir nicht mehr nötig waren, hat man uns vergessen. Wir wurden ausgenutzt und weggeworfen."

"Ich bin sehr enttäuscht. Die Führung der Anti-Korruptions-Stiftung zerstört jetzt alles, was wir trotz aller Schwierigkeiten zusammen geschaffen haben."

Wassiljewa betonte, die Allianz werde die Arbeit fortsetzen und mit dem Druck, der auf die Organisation ausgeübt werde, selbst umgehen.

Die Chefin der Gewerkschaft ist aktuell eine Beklagte im sogenannten Sanitär-Fall. Enge Nawalny-Verbündete werden beschuldigt, zur Zeit der Pandemie zu Protesten für die Befreiung des Oppositionspolitikers aufgerufen und hiermit gegen Corona-Einschränkungen verstoßen zu haben. Im April versuchte Wassiljewa zusammen mit weiteren Allianz-Mitgliedern Nawalny angesichts der Nachrichten über eine Verschlechterung seines Gesundheitszustandes im Gefängnis zu besuchen und wurde festgenommen.

Die Anti-Korruptions-Stiftung weist die Vorwürfe der Aktivistin zurück und erklärt, die Tatsache, dass die Nachricht von Wassiljewa kurz vor den Staatsduma-Wahlen in Russland erschienen ist, deute darauf hin, dass die Aktivistin zu diesem Schritt durch Druck seitens der russischen Führung gezwungen worden sei.

Der Beitrag wurde einen Tag nach der Ankündigung der sogenannten "Kluges Wählen"-Kandidaten veröffentlicht. Die Regierung kämpft gegen die "Kluges Wählen"-Initiative wegen der Verbindung des Projekts zu den in Russland verbotenen Nawalny-Organisationen und sperrte den Zugang zu den Listen der Kandidaten.

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