
Russland testet erfolgreich autonomes Internet

Vom 15. Juni bis 15. Juli fanden in Russland Übungen zur Gewährleistung einer stabilen und sicheren Internetverbindung statt. Dabei wurde Runet, das russische Segment des Internets, vom globalen Netzwerk abgekoppelt. Worum es bei den Übungen ging und wie sie endeten, ist vorerst unbekannt. Nach vorläufigen Angaben waren die Übungen erfolgreich. Die offiziellen Ergebnisse sollen im August veröffentlicht werden.
Wie die Zeitung RBK berichtete, bestand der Zweck der Übungen darin, den autonomen Betrieb bei externen Verzerrungen, Blockaden und anderen Gefahren zu testen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, dass es weltweit einen Mangel an aktiver internationaler Zusammenarbeit im Kampf gegen die Cyberkriminalität gäbe. Zudem erwähnte er auch das Sanktionsrisiko. "Wir leben in einer Zeit, in der viele Länder Apologeten der Sanktionspolitik, der Politik der Beschränkungen, sind. Die Werkzeuge dieser Politik sind absolut unvorhersehbar, also muss man auf alles gefasst sein", betonte er.
Im Herbst 2019 wurde in Russland das sogenannte Gesetz über das "souveräne Runet" verabschiedet, das es ermöglicht, das russische Netz im Fall einer Bedrohung von außen vom restlichen Internet abzukoppeln. Laut dem Gesetz muss die Netz-Infrastruktur so umgebaut werden, dass die russische Medienaufsicht Roskomnadsor den Datenverkehr über Knotenpunkte im eigenen Land lenken kann.
Mit derselben Methode blockiert Roskomnadsor auch den Zugriff auf in Russland verbotene Inhalte. Im März dieses Jahres hatte die Behörde beispielsweise die Datenübertragung auf Twitter verlangsamt, da das soziale Netzwerk keine illegalen Inhalte entfernt hatte. Mitte Mai wurden die Beschränkungen teilweise aufgehoben.
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