Russland

Bellingcat: Schriftsteller Bykow soll Ziel von mutmaßlichen Nawalny-Tätern gewesen sein

Jene Geheimdienstler, die Alexei Nawalny angeblich vergiften wollten, sollen auch hinter einem Angriff auf den russischen Schriftsteller Dmitri Bykow stecken. Laut einer Recherche von "The Insider" und "Bellingcat" könnte er im Jahr 2019 ebenfalls Opfer eines Giftanschlages geworden sein.
Bellingcat: Schriftsteller Bykow soll Ziel von mutmaßlichen Nawalny-Tätern gewesen seinQuelle: Sputnik © Kirill Kallinikow

Laut der am Mittwoch veröffentlichten Recherche von The Insider und Bellingcat hätten mehrere Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB im Jahr 2018 begonnen, Bykow zu beschatten. Die Journalisten berufen sich dabei auf Reisedaten der Männer. Auf einem Flug in die Stadt Ufa im April 2019 wurde Bykow krank und hatte unkontrollierbares Erbrechen sowie starke Schweißausbrüche, bevor er schließlich das Bewusstsein verlor. Der 53-Jährige wurde anschließend künstlich beatmet und nach Moskau verlegt, wo er fünf Tage im medizinisch bedingten Koma lag. Die Ärzte behandelten ihn symptomatisch und konnten laut Bericht den Grund für den Zusammenbruch nicht diagnostizieren.

Ferner heißt es, dass Bykow, als er aus seinem Koma erwachte, einen faustgroßen purpurroten Fleck auf seinem Rücken nahe dem Schulterblatt entdeckt hätte. Die Haut an dieser Stelle sei mit Krusten bedeckt gewesen und habe gejuckt. Laut der Recherche könnte dies darauf hindeuten, dass der Giftstoff auf Bykows Kleidung aufgetragen worden war. 

Wie The Insider und Bellingcat schreiben, weist die Geschichte bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit den Methoden auf, die offenbar beim vermeintlichen Mordversuch an Nawalny verwendet wurden. Wie Bykow erkrankte auch der Oppositionelle auf einem Flug und landete im medizinisch bedingten Koma. Nach Angaben der Recherche hatten die beiden mutmaßlichen Opfer die gleichen Symptome wie Erbrechen, Atemnot und Schweißausbrüche.

Bykow, der unter anderem als Kolumnist für die regierungskritische Zeitung Nowaja Gaseta schreibt, veröffentlichte unzählige Romane, Essays und Gedichte. Er ist ein Kritiker der Regierung unter Präsident Wladimir Putin und lehnte die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation offen ab. "Mich überzeugen diese Beweise", sagte Bykow in Bezug auf die Recherche zur Zeitung Kommersant.

Alexei Nawalny, der im vergangenen August angeblich mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet wurde, hat mehrfach Präsident Wladimir Putin und den FSB für den Anschlag auf ihn verantwortlich gemacht. Diese weisen alle Anschuldigungen zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, es wäre unlogisch, wenn Moskau weiterhin ein Team von Geheimdienstlern einsetzen würde, das bei Attentatsversuchen immer wieder scheitert.

Mehr zum Thema - Der Fall Nawalny und die FSB-Geisterjäger von Bellingcat und Co (Teil 1)

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team