Russland

Zunehmende NATO-Präsenz in der Region: Russland schafft 20 neue Militärverbände an seiner Westgrenze

Moskau kündigt an, dass man als Reaktion auf die angekündigte Aufrüstung der NATO die eigene Militärpräsenz entlang der europäischen Grenzen überarbeiten und ausbauen wird. Außerdem will Russland die Präsenz sowohl der Marine als auch der Luftwaffe verstärken.

Am Montag hat der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu erklärt, er wolle mehr als ein Dutzend neue Einheiten im westlichen Militärbezirk des Landes schaffen, der einen Großteil des europäischen Territoriums in Russland abdeckt. Der Schritt folge auf die zunehmenden militärischen Aktivitäten in der Region. In einer Erklärung Schoigus heißt es:

"Die Aktionen unserer westlichen Kollegen zerstören das Sicherheitssystem in der Welt und zwingen uns, angemessene Gegenmaßnahmen zu ergreifen."

"Wir verbessern ständig die Kampfzusammensetzung unserer Truppen. Bis zum Ende des Jahres werden etwa 20 Formationen und militärische Einheiten aufgestellt."

Der Verteidigungsminister fügte hinzu, dass der Schritt "mit der Bereitstellung moderner Waffen und militärischer Ausrüstung synchronisiert" werde und dass im Laufe des Jahres 2.000 neue Einheiten aufgestellt würden. Dies, so argumentierte er, sei eine notwendige Reaktion auf die Präsenz von Truppen, Schiffen und Marschflugkörpern der NATO in der Region.

Im April verschärften sich die Spannungen zwischen Russland und dem Westen, nachdem Zehntausende Soldaten entlang der Grenze zur Ukraine stationiert worden waren, was einige Politiker in Kiew zu der Behauptung verleitete, der Kreml bereite eine Invasion des Donbass vor. Schoigu dementierte die Anschuldigungen jedoch und gab bekannt, dass es sich bei den Truppenbewegungen um Übungen handelte und dass die Einheiten zu ihren regulären Stützpunkten zurückkehren würden:

"Die Ziele der kurzfristigen Inspektion wurden erreicht. Die Truppen haben ihre Fähigkeit bewiesen, eine zuverlässige Verteidigung des Landes zu gewährleisten."

Am selben Tag veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium Filmmaterial von Soldaten, die in simulierten Kriegsspielen mit amphibischen Landungsschiffen Strände der Krim erstürmten. In einer Erklärung hieß es, die Übungen würden es dem russischen Militär ermöglichen, die Landung eigener Truppen sowie die Bewältigung der Gegenmaßnahmen eines Feindes zu trainieren.

Erst im Mai war ein russischer MiG-Kampfjet gestartet, um ein US-amerikanisches Spionageflugzeug im internationalen Luftraum über dem Pazifischen Ozean in Empfang zu nehmen. Offiziellen Angaben zufolge hob die MiG von einem Flugplatz in Kamtschatka ab, um das US-Flugzeug zu identifizieren und zu begleiten. Der russische Kampfpilot identifizierte das Ziel als ein strategisches Aufklärungsflugzeug vom Typ RC-135.

In den vergangenen Monaten führte die NATO groß angelegte militärische Übungen als Teil der Manöver Defender Europe 21 durch, bei denen Soldaten der EU und der USA den Kampf in Ländern auf dem gesamten Kontinent einschließlich der Balkanstaaten übten. Zur gleichen Zeit führte das russische Militär in Serbien ein Training für Spezialkräfte durch, welches Teil eines Programms zur Verbesserung der Koordination und Kooperation der Truppen beider Staaten ist.

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