Russland

Weltwirtschaftsforum in Davos: Wladimir Putin nennt Armutsbekämpfung als wichtigste Aufgabe

Wladimir Putin hat am Weltwirtschaftsforum in Davos teilgenommen. Seine Rede widmete er sozioökonomischen und soziopolitischen Herausforderungen. Überdies betonte der russische Präsident die immer waschsende Rolle von Digitalriesen und den Verfall des globalen Sicherheitssystems.
Weltwirtschaftsforum in Davos: Wladimir Putin nennt Armutsbekämpfung als wichtigste AufgabeQuelle: Sputnik © Mikhail Klimentjew

Erst seit zwölf Jahren nimmt der russische Präsident Wladimir Putin am Weltwirtschaftsforum in Davos teil. Diesmal wurde das Forum online durchgeführt. Putin hielt eine rund 45-minutige Rede. Mit Bezug auf die Corona-Pandemie erklärte der russische Staatschef, dass die Situation sich unvorhersehbar entwickeln könne. In diesem Zusammenhang betonte er:

"Es besteht die Möglichkeit eines echten Zusammenbruchs der Weltentwicklung, der zu dem Kampf aller gegen alle führen kann."

Wladimir Putin zufolge sei die Welt mit zwei Kategorien von Herausforderungen konfrontiert, u. a. mit sozioökonomischen und soziopolitischen. Er hob hervor, dass die Entwicklungsländer die Hauptnutznießer des globalen Wachstums seien. Das Ergebnis sei jedoch die Kluft zwischen den Bürgern. Mit Rücksicht darauf sei das wichtigste Ziel die Armutsbekämpfung. Dann würde es auch keine Migrationskrisen geben.

Nach Ansicht des Präsidenten werde die Entwicklung der Wirtschaft weitgehend von Haushaltsanreizen bestimmt, bei denen die Maßnahmen der Regierung und der Zentralbanken die Schlüsselrolle spielen. Der russische Präsident nannte die vier Schwerpunkte der globalen Wirtschaftsentwicklung: komfortables Wohnen, angemessenes Gehalt und Rente, gute Medizin und Ausbildung.

Was die soziopolitischen Herausforderungen betrifft, unterstrich Wladimir Putin, dass das globale Sicherheitssystem der Welt verfalle. Das russische Staatsoberhaupt verglich die aktuelle Situation mit den 1930er Jahren:

"Es besteht eine Schwächung der internationalen Institutionen, regionale Konflikte vermehren sich, und das globale Sicherheitssystem verfällt ebenfalls."

Unterdessen erklärte der russische Staatschef, dass digitale Giganten in der modernen Gesellschaft eine immer wichtigere Rolle spielen:

"Dies sind nicht mehr nur Wirtschaftsriesen, sie konkurrieren in einigen Bereichen bereits de facto mit dem Staat."

Zum Schluss forderte Wladimir Putin die europäischen Partner auf, die Phobien der Vergangenheit zu beseitigen, die die Zusammenarbeit mit Russland behindern. Der Präsident hofft auf eine Zusammenarbeit zur Verbesserung der Verfügbarkeit des COVID-19-Impfstoffs.

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