Russland

Tote bei Feuerkatastrophe in Sibirien: Brandopfer twitterte vor ihrem Tod um Hilfe – Konto gelöscht

Bei einem Brand in einem Wohnhaus in der russischen Stadt Jekaterinburg kamen in der Nacht zum Dienstag acht Menschen ums Leben, darunter ein siebenjähriges Kind. Die Mutter des Mädchens soll laut Medienberichten kurz vor ihrem Tod Hilferufe auf Twitter gepostet haben.
Tote bei Feuerkatastrophe in Sibirien: Brandopfer twitterte vor ihrem Tod um Hilfe – Konto gelöscht© vk.com/Screenshot

Laut Angaben der örtlichen Katastrophenschutzbehörde brach das Feuer gegen drei Uhr nachts (Ortszeit) im zweiten Stock eines mehrgeschossigen Wohnhauses aus, der dicke Rauch breitete sich umgehend auf alle Stockwerke des Gebäudes aus. Der Ursprung des Brandes wird in unsachgemäßem Umgang mit Feuer in einer Wohnung vermutet, wo eine Familie in sozial ungünstigen Verhältnissen wohnte. Wegen des seit längerem abgestellten Stroms hätten die Bewohner der Wohnung Kerzen und Brenner angezündet, hieß es. Unter den Todesopfern ist auch die Besitzerin der Wohnung, die ihren Nachbarn zufolge unter anderem Alkoholprobleme hatte. 

Insgesamt evakuierte der lokale Zivilschutz 90 Bewohner des verunglückten Wohnblocks, darunter neun Kinder. Wegen tiefen Minustemperaturen wurden sie zeitweilig in Feuerwehrautos in Sicherheit gebracht, in einer benachbarten Schule wurde ein Krisenstab eingerichtet. Neun weitere Menschen wurden verletzt. Laut vorläufigen Angaben seien alle Todesopfer der Brandkatastrophe durch Erstickung gestorben. Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung ein.

Das jüngste Todesopfer der Tragödie ist ein siebenjähriges Mädchen, dessen Mutter vor dem dramatischen Tod der beiden im Kurznachrichtendienst Twitter vergeblich Hilferufe abgesetzt haben soll. Die 38-Jährige habe unter anderem geschrieben, dass sie zusammen mit ihrem Kind im Rauch ersticke, und ihre Follower gebeten, den Rettungsdienst zu alarmieren. Bei der Ankunft der Feuerwehr seien die Mutter und das Mädchen noch am Leben gewesen, starben jedoch kurz darauf an Kohlenoxidvergiftung, heißt es in einem Medienbericht.

Laut einem Bericht von EchoMSK hat Twitter den Account der Hilferufenden inzwischen gelöscht. RT DE fragte die Kurznachrichtenplattform dazu um eine Stellungnahme an, erhielt bisher allerdings noch keine Rückmeldung.

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