Russland

Kremlsprecher: Als russischer Staatsbürger kann Nawalny jederzeit nach Russland zurückkehren

Alexei Nawalny wurde aus der Charité entlassen. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies darauf hin, dass der Videoblogger jederzeit nach Russland zurückkehren kann. Er erklärte außerdem, dass Russland die Version der Vergiftung nicht ablehne, aber gern die Beweise sehen würde.
Kremlsprecher: Als russischer Staatsbürger kann Nawalny jederzeit nach Russland zurückkehrenQuelle: Sputnik © Alexei Nikolski

Der russische Blogger Alexei Nawalny wurde Berichten zufolge aus der Berliner Charité-Klinik entlassen, wo er wochenlang wegen einer angeblichen Vergiftung behandelt wurde. Die Ärzte erklärten nun, dass sich sein Gesundheitszustand soweit gebessert habe, dass die stationäre Behandlung beendet werden konnte.

Nach Nawalnys Entlassung aus dem Krankenhaus erklärte Dmitri Peskow, Pressesprecher des russischen Präsidenten, dass der Videoblogger als russischer Staatsbürger wie jeder andere Russe das Recht hat, in seine Heimat zurückzukehren. Er erklärte gegenüber Journalisten:

Was seine Rückkehr nach Moskau betrifft, so steht es ihm wie jedem russischen Staatsbürger frei, dies jederzeit zu tun.

Peskow wies außerdem darauf hin, dass Russland das Urteil der deutschen Ärzte über eine Vergiftung Nawalnys nicht zurückweist, jedoch die bereits von russischer Seite angefragten Informationen benötige, um sich zu vergewissern und mit den vorhandenen Daten zu vergleichen.

Außerdem kommentierte der Pressesprecher des Kremls die von der französischen Presse veröffentlichten Behauptungen zu Äußerungen, welche in einem Telefonat zwischen Wladimir Putin und Emmanuel Macron gemacht worden sein sollen.

Die französische Zeitung Le Monde schrieb in einem Artikel über das Telefongespräch zwischen Putin und Macron, das am 14. September stattfand. Der russische Präsident soll Nawalny laut der Zeitung "einen einfachen Unruhestifter im Internet" bezeichnet haben. Außerdem soll Putin Macron darüber in Kenntnis gesetzt haben, dass der Blogger zuvor bereits Krankheiten vorgetäuscht und seine Stiftung dazu benutzt habe, Abgeordnete und Beamte zu erpressen.

Laut Le Monde soll der russische Präsident seinem französischen Amtskollegen erklärt haben, dass ein Strafverfahren zum Vergiftungsfall Nawalnys in Russland nicht eingeleitet werden könne, da russische Behörden die Analyseergebnisse aus Deutschland und Frankreich nicht erhalten hätten.

Im selben Gespräch soll Putin außerdem angeblich darauf hingewiesen haben, dass die Version einer vermeintlichen Nowitschok-Vergiftung nach Lettland führen könnte, da dort einer der Entwickler dieser Substanz lebt. Der russische Präsident soll zudem darüber spekuliert haben, dass der Blogger das Gift selbst genommen haben könnte.

Der Le Monde-Artikel verweist auf anonyme Quellen. Beide, die französische und russische Seite, gaben keine Bestätigung zu diesen Informationen ab. Peskow erklärte hierzu:

Es gibt viele Ungenauigkeiten in den Formulierungen. Die Zeitung konnte und kann nicht über zuverlässige Informationen verfügen. Wir können nicht glauben, dass der Élysée-Palast die Aufzeichnung des Gesprächs zwischen den beiden Präsidenten absichtlich an die Presse durchsickern ließ. Wir reden hier von Frankreich. Frankreich macht so etwas nicht.

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