Russland

Bisher kaum Nebenwirkungen: Über 40.000 Menschen nehmen an Tests von Sputnik V teil

Mehr als 40.000 Menschen nehmen an weiteren Tests des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V in Russland teil. Laut den Krankenakten der bisher an Tests Beteiligten zählen Schmerzen an der Injektionsstelle zu den vorrangigen Nebenwirkungen.
Bisher kaum Nebenwirkungen: Über 40.000 Menschen nehmen an Tests von Sputnik V teilQuelle: www.globallookpress.com

An Massentests von Russlands erstem potenziellen Corona-Impfstoff zur Erlangung einer inländischen behördlichen Zulassung werden mehr als 40.000 Menschen beteiligt sein, zitierte die Nachrichtenagentur TASS den Entwickler des Impfstoffs am Donnerstag.

Der Impfstoff, der zu Ehren des weltweit ersten von der Sowjetunion gestarteten Satelliten "Sputnik V" genannt wird, wurde von russischen Behörden und Wissenschaftlern als sicher und wirksam begrüßt, nachdem bereits eine Reihe von klinischen Tests an Menschen durchgeführt wurden.

In den Krankenakten von Freiwilligen, die bisher an klinischen Studien des Corona-Impfstoffs Sputnik V teilgenommen haben, wurden keine ernsthaften Nebenwirkungen festgestellt, teilte Denis Logunow, der stellvertretende Forschungsdirektor am Gamaleja-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie, am Donnerstag mit.

Der Impfstoff wurde gesunden Freiwilligen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren verabreicht und zeigte ein sehr gutes Sicherheitsprofil. "Es wurde keine einzige ernsthafte Nebenwirkung registriert", sagte er auf einer Online-Konferenz, auf der der weltweit erste Corona-Impfstoff diskutiert wurde.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind demnach Schmerzen an der Injektionsstelle, Unterkühlung bei einigen Freiwilligen und Kopfschmerzen.

All diese unerwünschten Wirkungen wurden als unbedeutend eingestuft", bemerkte Logunow weiter.

Seit der Verkündung des russischen Präsidenten, dass der Wirkstoff registriert wurde, überschlugen sich vor allem deutsche Medien, aber auch einige wissenschaftliche Stimmen mit Kritik, teils ohne überhaupt die Details der Impfstoffforschung in Russland zu beachten. Wladimir Tschechonin, Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften Russlands, führt dies auch auf den harten Wettbewerb und die Verärgerung westlicher Kollegen zurück, wenn sie hinter Russland zurückbleiben.

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Er glaube nicht, dass diese Situation allzu lange andauern werde. "Bald wird in China ein Impfstoff registriert werden. Ich bin sicher, dass dies innerhalb von zwei oder drei Wochen geschehen wird", sagte Tschechonin und fügte hinzu, dass ein solcher Impfstoff bis zum Jahresende auch in den Vereinigten Staaten registriert werde.

Zwischenzeitlich gab das Virologiezentrum "Wektor" in Nowosibirsk bekannt, dass ein völlig anderes Arzneimittel gegen das Coronavirus in die zweite Phase der klinischen Versuche geht.

(tass/reuters/rt)