Russland

Russischer Ex-Premier Medwedew über G7: "Eine veraltete Plattform"

Die Diskussionen um eine Rückkehr Russlands zur G7 gehen weiter. Nun meldet sich der russische Ex-Premier Dmitri Medwedew zu Wort. Er weist darauf hin, dass der informelle Zusammenschluss veraltet ist und Staaten wie China und Indien einbezogen werden sollten.
Russischer Ex-Premier Medwedew über G7: "Eine veraltete Plattform"Quelle: Sputnik © EKATERINA SCHTUKINA

Das bizarre diplomatische Schauspiel geht weiter. Während die westlichen Länder darüber debattieren, ob die G7 wieder zur G8 werden soll, zeigen immer mehr Vertreter Russlands kein Interesse an einer Rückkehr. Der Westen ignoriert diesen Umstand.

Moskau argumentiert, dass ein Club der großen Volkswirtschaften der Welt ohne China als Mitglied wie Hamlet ohne den Fürsten sei. Indien und weitere Länder sollten ebenfalls einbezogen werden. Aber niemand in Washington, London oder Berlin scheint dies hören zu wollen.

Der jüngste Einwand zu diesem Thema kam vom ehemaligen russischen Präsidenten und Premierminister Dmitri Medwedew, der seinerzeit selbst die russische Delegation auf vier Gipfeltreffen leitete.

Laut Medwedew, der heute das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des russischen Sicherheitsrates bekleidet, hat sich die Welt seit dem Ausschluss Moskaus im Jahr 2014 stark verändert. Heute kann nichts mehr diskutiert werden, ohne China oder Indien am Tisch zu haben. Er hält den Wert der G7 für fragwürdig und betont, dass keine Notwendigkeit besteht, eine "veraltete Plattform" wiederherzustellen. Mit seinen Aussagen reagierte der ehemalige Premier auf die Äußerungen von Vertretern aus dem Ausland, die darüber diskutierten, Russland wieder in die Gemeinschaft zurückzuholen. Medwedew schrieb auf VKontakte, Russlands Äquivalent zu Facebook:

Das Wehklagen unserer ehemaligen G8-Kollegen zum Thema 'Wir sollten Russland nicht wiederaufnehmen, solange es die Krim nicht zurückgibt und die Lage im Donbass nicht bereinigt' geht weiter. Es wurde schon oft gesagt, dass niemand diese G8 in seiner früheren Form braucht, dass die Welt sich stark verändert hat und nichts ohne China, Indien und einige andere Länder diskutiert werden kann.

Generell ist der Wert der G7 heute vor dem Hintergrund der G20 und anderer internationaler Formate höchst fragwürdig. Nein, sie sprechen weiterhin von der Krim und der Ukraine als Bedingung für eine Wiederbelebung der G8. Obwohl sie verstehen, dass die Krim für immer nach Russland zurückgekehrt ist und die Regelung im Südosten der Ukraine eine Angelegenheit der Ukraine selbst ist. Es besteht keine Notwendigkeit für Russland, zu überholten Formaten für die Erörterung internationaler Fragen zurückzukehren. Einen Fehler begeht man nicht zweimal.

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