Russland

Fast 500 Corona-Tote bei medizinischem Personal in Russland

489 Ärzte und anderes medizinisches Personal sind in Russland nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das sagte die Leiterin der nationalen Gesundheitsaufsichtsbehörde, Anna Samojlowa, der Nachrichtenagentur TASS zufolge am Donnerstag in Moskau.
Fast 500 Corona-Tote bei medizinischem Personal in RusslandQuelle: Sputnik © Waleri Melnikow

Diese Zahl ist höher als jene aus unabhängigen Quellen, die bisher mehr Todesfälle als die Behörden gemeldet hatten. Noch Ende Mai hatte das Gesundheitsministerium von lediglich 101 Toten gesprochen.

"Über eine halbe Million Menschen in Russland wurden infiziert und leider sind bis zum heutigen Tag mehr als 7.500 Menschen gestorben, 489 von ihnen sind medizinisches Personal", sagte Samojlowa bei einer Pressekonferenz.

Leider haben wir fast 500 unserer Kollegen verloren.

Samojlowa betonte, dass die Pandemie in Russland noch nicht zu Ende sei. Trotzdem stellte Russlands Regierungschef Michail Mischustin einen stetigen Rückgang von neuen Infektionen im Land fest. Die tägliche Zahl von Neuerkrankungen liegt zuletzt in Russland bei über 7.000. Seit Beginn der Epidemie infizierten sich nach offiziellen Angaben rund 561.000 Menschen mit dem Virus. Die Zahl der Toten wurde mit 7.660 angegeben, die der Genesenen mit knapp 314.000.

Russland begann auch mit klinischen Tests eines Impfstoffs an 50 Freiwilligen. Das Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, dass es dabei bisher keine Komplikationen gegeben habe.

Zu Beginn der Pandemie hatte medizinisches Personal mehrmals nicht ausreichende Schutzausrüstung in Krankenhäusern beklagt. Viele Mediziner machten in Videoaufnahmen Missstände öffentlich, die dazu führten, dass sich das Personal in Kliniken nicht oder nur unzureichend bei der Behandlung von Corona-Patienten schützen konnte. Samojlowa räumte bei einer Videokonferenz ein, dass Russlands Gesundheitswesen am Anfang nicht in vollem Maße auf die Pandemie vorbereitet gewesen sei. Inzwischen gebe es kaum noch Beschwerden.

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