Russland

Russische Forscher entwickeln Arznei gegen Zytokinsturm: "COVID-19 nun nicht schlimmer als Grippe"

Das russische Gesundheitsministerium hat ein Medikament zur Behandlung von COVID-19-Komplikationen offiziell eingetragen. Der Wirkstoff namens "Levilimab" soll Patienten helfen, die an dem Zytokinsturm leiden, wenn das Immunsystem auf den Erreger quasi "überreagiert".
Russische Forscher entwickeln Arznei gegen Zytokinsturm: "COVID-19 nun nicht schlimmer als Grippe"© BIOCAD

Das Gesundheitsministerium der Russischen Föderation hat am 6. Juni eine Arznei offiziell eingetragen, die gegen schwere Komplikationen bei COVID-19 wirksam ist. Der Wirkstoff "Levilimab", der unter dem Handelsnamen "Ilsira" vermarktet wird, stillt den sogenannten Zytokinsturm, den einige COVID-19-Patienten entwickeln. Bei diesem Syndrom attackiert das Immunsystem nicht nur den Erreger, sondern auch den Ort der Entzündung, was bis hin zu einem Organversagen führen kann.

Das russische Pharmaunternehmen "BIOCAD" hat das Medikament ursprünglich zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis entwickelt. Der Mechanismus seiner Wirkung brachte russische Ärzte jedoch auf den Gedanken, dass die Arznei auch bei schweren COVID-19-Patienten anschlagen könnte. Experten des Herstellers und Ärzte des Zentralen Klinischen Krankenhauses bei der Präsidialverwaltung des russischen Präsidenten testeten "Levilimab" in Rahmen einer gekürzten klinischen Studie. Das Präparat war bereits zuvor als sicher eingestuft worden, da man es schon als Wirkstoff gegen die rheumatoide Arthritis klinisch getestet hatte.

Der Fernsehsender RT sprach mit dem Generaldirektor des Pharmaunternehmens BIOCAD Dmitri Morosow. Er betonte, dass "Levilimab" eine Eigenentwicklung des Unternehmens sei. BIOCAD habe das Molekül selbst entwickelt und habe ein Patent darauf. Dmitri Morosow zufolge gibt es für das Medikament bislang weltweit kein Pendant. Den Wirkungsmechanismus der Arznei erklärte er so:

Wenn man dieses Präparat frühzeitig zu verabreichen beginnt, wenn sich der Zytokinsturm erst zu entwickeln beginnt – und nicht nachdem er sich schon entwickelt hat und die Patienten in einer lebensbedrohlichen Situation sind – können wir durch die Verabreichung dieses Präparats und dessen bestimmte Dosierung die Entwicklung des Zytokinsturms schlechthin verhindern. Somit können wir jene potenziell kläglichen und lebensbedrohlichen Folgen verhindern, die mit COVID-19 zusammenhängen.

Dmitri Morosow zufolge könnte man mithilfe des Präparats die Zeit der stationären Behandlung von COVID-19 spürbar verkürzen. Wenn man die Therapie frühzeitig beginne, verlaufe COVID-19 "nicht schlimmer als Grippe".

Der BIOCAD-Generaldirektor sagte, dass das Unternehmen recht gut mit Voraufträgen ausgelastet sei und versicherte, dass es keine Probleme mit der Produktion geben werde. Man werde die Arznei voraussichtlich ab Juli an Krankenhäuser ausliefern:       

Die Volumen werden ausreichen, um den Bedarf Russlands und womöglich seiner Nachbarstaaten zu decken: Wir planen Exporte nach Weißrussland, Kasachstan und in einige andere Länder ein.

Demnach seien im Rahmen der gekürzten klinischen Studie keine besonderen Nebenwirkungen festgestellt worden. Sie seien vorhersagbar und für alle Präparate derselben Klasse typisch.

Bis Mittwoch wurden in ganz Russland 485.253 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus festgestellt. Seit dem Ausbruch der Epidemie starben 6.142 Menschen im Zusammenhang mit der Krankheit. Landesweit wurden mehr als 13,2 Millionen Corona-Tests gemacht.

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