Russland

Dieselleck in russischem Kraftwerk: Über 700 Tonnen Öl und Schmutzwasser aufgefangen

Nach einem schweren Unfall mit Dieselkraftstoff in einem Kraftwerk in der arktischen Stadt Norilsk haben russische Einsatzkräfte über 700 Tonnen Schmutzwasser und Diesel aufgefangen. Eine Fläche von 14.600 Quadratmetern wurde bei den Aufräumarbeiten dekontaminiert.
Dieselleck in russischem Kraftwerk: Über 700 Tonnen Öl und Schmutzwasser aufgefangenQuelle: AFP © Irina Jarinskaja

Bei dem Unfall am 29. Mai liefen über 21.000 Tonnen Diesel aus einem Tank des Kraftwerks nahe der Stadt Norilsk in mehrere Flüsse aus. Das Wasser in den Flüssen wurde purpurrot. Die Gesamtfläche der Verschmutzung beträgt etwa 180.000 Quadratmeter.

Um den Großteil dieses Gebietes zu säubern, brauche man noch etwa zwei Wochen, sagte der stellvertretende Chef des Katastrophenschutzministeriums, Aleksandr Tschuprijan, am Samstag gegenüber russischen Medien. Darüber hinaus seien 780 Tonnen kontaminierter Erde von dem Gelände entfernt worden.

Die zu entsorgenden Abfälle werden in hermetisch verschlossene Fässer gefüllt, da es derzeit nicht möglich ist, sie zu Deponien zu transportieren. Sie sollen am Notfallort bis zum Winter gelagert werden, bis die natürlich gefrorenen Wasserflächen wieder als Straßen benutzt werden können.

Auch international hat das große Dieselleck für Aufmerksamkeit gesorgt. Die USA boten Moskau ihre Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen des Unfalls an. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Marija Sacharowa dankte Washington für das Angebot und nannte diesen Schritt "eine weitere Geste des guten Willens", der zeige, "dass eine solche gegenseitige Zusammenarbeit möglich ist".  

Das Leck entstand bereits am 29. Mai, wurde aber erst am 3. Juni zum nationalen Notstand ausgerufen. Zu dem Zeitpunkt wurden große Flächen mit Diesel kontaminiert, der Treibstoff gelangte in zwei kleine Flüsse und einen lokalen See.

Lokale Behörden und der Kraftwerkbetreiber – eine Tochtergesellschaft des russischen Metallkonzerns Nornickel – geben sich gegenseitig die Schuld für die langsame Reaktion auf den Unfall. Der Anlagenbetreiber macht das ungewöhnlich warme Wetter für den Vorfall verantwortlich und argumentiert, dass der schmelzende Permafrost das Fundament der Tanks zum Einsinken brachte.

In der Zwischenzeit enthüllte die russische technische Kontrollbehörde Rostechnadsor, es seien bereits im Jahr 2017 Unregelmäßigkeiten beim Betrieb von zwei Tanks im Kraftwerk festgestellt worden. Das Unternehmen habe es versäumt, geplante Reparaturen durchzuführen, hieß es.

Die russische Staatsanwaltschaft hat nach dem Vorfall drei Ermittlungen eingeleitet, wegen Umweltverbrechen und der Vergiftung von Boden und Wasser.

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