Österreich

Umfrage: Österreicher zweifeln an Verteidigungskraft des Landes

Nur 9 Prozent der Österreicher halten die Fähigkeit des Bundesheeres, das Land zu verteidigen, für ausreichend. Das zeigt eine Erhebung des Instituts für Demografie und Datenanalyse. Trotz Investitionen in Milliardenhöhe fehlt es an Vertrauen. Ein zentrales Problem bleibt das Fehlen einer einheitlichen Sicherheits- und Verteidigungsstrategie.
Umfrage: Österreicher zweifeln an Verteidigungskraft des LandesQuelle: Legion-media.ru © Wolfgang Simlinger

Österreich rüstet auf. Milliarden fließen in neue Systeme, Fahrzeuge, Kommunikation, Luftabwehr. Doch die Bevölkerung glaubt nicht, dass das Land sich im Ernstfall selbst verteidigen könnte. Eine aktuelle Umfrage zeigt eine tiefe Kluft zwischen Budgetzahlen und Sicherheitsgefühl.

89 Prozent der Befragten halten die Fähigkeit Österreichs zur eigenständigen Verteidigung für schlecht. Sieben Prozent sehen sie als gut an.

80 Prozent geben an, nur geringes Vertrauen in die Leistungsfähigkeit des Bundesheeres zu haben. Lediglich 16 Prozent sprechen von hohem Vertrauen. Befragt wurden 2600 Staatsbürger ab 16 Jahren.

Die Bereitschaft, selbst zur Waffe zu greifen, bleibt begrenzt. 32 Prozent würden das Land militärisch verteidigen, 64 Prozent nicht. Das Bild ist widersprüchlich: Einerseits Skepsis gegenüber der Institution, andererseits eine Minderheit mit persönlicher Einsatzbereitschaft.

Die Mehrheit sieht strukturelle Reformen als entscheidend. 51 Prozent nennen Verbesserungen bei Ausbildung, Organisation und Ausrüstung als wichtigsten Hebel. Eine Verlängerung des Wehrdienstes rangiert deutlich dahinter.

62 Prozent bezweifeln, dass Grundwehrdiener komplexe Waffensysteme ausreichend beherrschen können. 82 Prozent sind der Ansicht, moderne Systeme sollten primär von Berufssoldaten bedient werden.

Im politischen Betrieb dreht sich weiterhin alles um die Frage der Wehrdienstdauer. ÖVP, SPÖ und Neos verfolgen jeweils eigene Konzepte, ein verbindlicher sicherheitspolitischer Rahmen existiert nicht. Die neue Sicherheitsstrategie liegt seit Jahren in Ausarbeitung. In der aktuellen Fassung erscheint Russland noch als strategischer Partner. Der militärische Teil ist abgeschlossen, Verzögerungen entstanden in anderen Ressorts. Das Kanzleramt führt die Stränge zur Endfassung zusammen.

Solange diese Grundlage fehlt, bleibt jede Reformdiskussion fragmentarisch. Aufrüstung ersetzt keine Strategie. Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen, sondern durch nachvollziehbare Konzepte und überprüfbare Fähigkeiten. Die Umfrage zeigt weniger eine Ablehnung des Bundesheeres als eine Unsicherheit über dessen Rolle und Leistungsprofil.

Österreich investiert in Material. Die Bevölkerung fordert Struktur. Zwischen beiden Ebenen liegt die offene Frage nach einer kohärenten Sicherheitsarchitektur.

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