Österreich

Mehrheit der Österreicher fordert härtere Asylpolitik und strengere Grenzkontrollen

Eine IPSOS-Umfrage zeigt eine klare Mehrheit für einen härteren Migrationskurs in Österreich. Rund 70 Prozent befürworten Zurückweisungen an den Grenzen, Abschiebungen und gemeinnützige Arbeit für Asylwerber. Zuwanderung wird als Belastung wahrgenommen. Die Zustimmung zu mehr Überwachung steigt.
Mehrheit der Österreicher fordert härtere Asylpolitik und strengere GrenzkontrollenQuelle: Gettyimages.ru © Michael Gruber

Die Unzufriedenheit mit der österreichischen Migrationspolitik wächst spürbar. Eine aktuelle IPSOS-Umfrage unter mehr als 1.200 Befragten, beauftragt vom Innenministerium, zeigt eine breite Unterstützung für strengere Maßnahmen gegenüber Asylwerbern und irregulärer Zuwanderung.

Rund 70 Prozent der Bevölkerung sprechen sich dafür aus, dass Menschen, die über Schlepper nach Österreich gelangen, keinen Asylantrag mehr stellen dürfen. Ebenso hoch ist die Zustimmung zu konsequenten Rückführungen und sofortigen Zurückweisungen an den Grenzen. Die Forderung nach gemeinnütziger Arbeit für Asylwerber stößt ebenfalls auf breite Akzeptanz.

Diese Zahlen verdeutlichen die wachsende Unzufriedenheit mit der bisherigen Regierungsarbeit. Nur 36 Prozent halten die derzeitige Zahl von Asylwerbern und Flüchtlingen für tragbar. In ländlichen Regionen, wo die Belastungen für Wohnungsmarkt und lokale Infrastruktur besonders spürbar sind, ist die Skepsis noch ausgeprägter.

In vielen Bereichen wie Bildung und Wohnen werden die Folgen der Zuwanderung von über 90 Prozent der Befragten als problematisch eingeschätzt. Selbst im Gesundheits- und Pflegebereich sehen nur 22 Prozent positive Effekte.

Die öffentliche Forderung nach einem restriktiveren Kurs geht Hand in Hand mit einem wachsenden Druck auf die Bundesregierung. 61 Prozent der Bevölkerung unterstützen weitere Einschränkungen bei Sozialleistungen, eine knappe Mehrheit befürwortet auch die Reduktion medizinischer Versorgung auf das Notwendigste.

Parallel steigt die Zustimmung zu Überwachungsmaßnahmen: Mehr als drei Viertel der Befragten befürworten die Überwachung privater Messenger-Dienste, 72 Prozent unterstützen eine Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum.

Die Zahlen legen nahe, dass die bisherige Migrationspolitik von der Bevölkerung als ineffektiv und teilweise überfordert wahrgenommen wird.

Jüngere Menschen bis 29 Jahre zeigen noch etwas mehr Offenheit, doch in der Gesamtheit signalisiert die Bevölkerung einen klaren Auftrag an die Regierung: Politik muss liefern, statt nur zu verwalten.

Das wachsende Misstrauen und die Forderung nach sofortigen Maßnahmen spiegeln nicht nur das Versagen der bisherigen Strategie wider, sondern auch die gesellschaftliche Dringlichkeit, Migration effektiver zu steuern.

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