Nordamerika

Exklusiv-Interview mit Wiktor But: Ich sollte für die USA Dreck über Putin ausgießen

Der Russe Wiktor But, der bereits ein Drittel seiner Gefängnisstrafe in den USA verbüßt hat, hat in einem exklusiven Interview mit RT nähere Details zu seiner Inhaftierung gegeben. Darin nannte er sich einen "politischen Gefangenen" und "Prügelknaben aus Russland".
Exklusiv-Interview mit Wiktor But: Ich sollte für die USA Dreck über Putin ausgießenQuelle: AFP

Der russische Geschäftsmann wurde im Jahr 2008 in Thailand wegen angeblichen Waffenhandels mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) festgenommen, in die USA ausgeliefert und dort zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. But weist nach wie vor alle Vorwürfe von sich und sieht sich als von der befangenen US-Justiz instrumentalisiert an.   

Als erstes bedankte sich But bei der russischen Botschaft für ihre Bemühungen, dank derer seine Familie ihn zum ersten Mal seit fast acht Jahren im Gefängnis in New York besuchen durfte:

Sie sind gerade bei mir zu Besuch. Sie sind hier in der Nähe und sie kommen mich diese Woche besuchen. Diese Möglichkeit werden sie bis Ende dieses Monats haben.

Der Unternehmer offenbarte ferner die Kooperationsmöglichkeiten, die ihm von der US-Justiz nach seiner Verhaftung nachdrücklich unterbreitet wurden – im Tausch gegen gewisse verleumdende Informationen über die russische Regierung:

Sie kamen auf mich zu und sagten: 'Wir werden dich und deine ganze Familie mit Green Cards versorgen und euch in den USA unterbringen, wenn du uns irgendwelchen Dreck über Präsident Putin oder das korrupte russische Regime erzählen wirst'. Und ich sagte: 'Ich habe nichts mit Putin zu tun und weiß nichts darüber. Sie haben die falsche Person gewählt'. Deswegen führten sie mich vor Gericht.

Im Gespräch ging But außerdem näher darauf ein, warum seine Inhaftierung als politisch motiviert anzusehen ist:

Vor einigen Jahren hat das US-Außenministerium offen zugegeben: 'Wir werden ihn als Paradebeispiel, als Prügelknaben behalten, damit andere Russen höflicher und kooperationsbereiter mit uns sind, wenn wir hinter ihrem korrupten Regime her sind'. Also deute ich das zu 100 Prozent als eine politische Gefangenschaft. Denn ich bin hier aufgrund meiner Nationalität, und weil ich mich geweigert habe, mit den USA zu kooperieren.

Zum Schluss äußerte sich But auch zu ähnlichen Strafverfolgungen russischer Bürger in jüngster Zeit und zog Vergleiche mit den barbarischen Methoden aus der Vergangenheit:

Es kommt mir so vor, als wären wir zurück im Mittelalter. Damals waren Piraten von der algerischen und tunesischen Küste aus ins Mittelmeer gegangen, hatten Menschen entführt und danach auf Lösegelder gewartet. Genauso eine Piraterie gibt es heute: Entführung für Lösegeld. Jetzt wollen sie aber kein Geld mehr, sondern verfolgen ihre Ziele durch politischen Druck, Einschüchterung und Dämonisierung."

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