Nordamerika

Pentagon: USA üben im Herbst Krieg gegen Russland und China

In einer Reihe von Kriegsspielen im September und November sollen neue Schlachtpläne für den Kampf gegen China und Russland ausgewertet werden. Die Übungen stellen nur den jüngsten Schritt in den Bemühungen der USA dar, sich für einen Krieg mit China und Russland zu rüsten.
Pentagon: USA üben im Herbst Krieg gegen Russland und ChinaQuelle: Reuters

Laut Defense One unter Berufung auf Pentagon-Beamte sollen im September und November in einer Reihe von Militärübungen "neue Schlachtpläne für den Kampf gegen China und Russland ausgewertet" werden.

In der vergangenen Woche hatten der neue US-Verteidigungsminister Mark Esper und General Dunford, Generalstabs-Vorsitzender der US-Streitkräfte, in einem Briefing bereits angekündigt, dass in den kommenden Monaten Militärübungen stattfinden werden. Esper legte darin seine Prioritäten als Verteidigungsminister dar und erwähnte die vorrangigen Feindbilder der USA, welche teils bereits in der Nationalen Verteidigungsstrategie (National Defense Strategy, NDS) des Landes vorkommen.

Demnach modernisieren "strategische Konkurrenten" wie China und Russland ihre Streitkräfte, um die Vereinigten Staaten herauszufordern. Gleichzeitig "fördern regionale Gegner wie der Iran und Nordkorea weiterhin Instabilität", so Espers Version der internationalen Gefahrenlage. Esper erwähnte auch seine Reise im August in den Indopazifikraum – die Region sei ein Hauptschauplatz für die Interessen und Aktivitäten der USA. In dieser Prioritätenregion wolle man daher die Verteidigungsaktivitäten weiter ausbauen.

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Seine nächste Reise führt Esper in dieser Woche nach Europa, wo er sich mit einigen NATO-Verbündeten treffen werde,

um die Haltung der USA in Europa und unsere laufenden Bemühungen zur Abschreckung der russischen Aggression zu diskutieren.

General Dunford ging im Briefing außerdem auf die aktuellen Merkmale der strategischen Situation ein, unter anderem die Rückkehr des Großmachtwettbewerbs und die Veränderungen im Charakter des Krieges, auf die sich das US-Militär einstellen werde. 

Einen traditionellen Fokus auf operative Pläne für bestimmte Eventualitäten habe man hin zu Plänen verlagert, die sich global an jeder der in der NDS angesprochenen Herausforderungen orientieren: China, Russland, der Iran, Nordkorea und gewalttätigem Extremismus. Zudem sei eine Reihe global integrierter Übungen geplant und Ressourcen seien neu geordnet worden, um sie auf die Prioritäten der NDS auszurichten.

Wie Defense One schreibt, gab General Eric Wesley, stellvertretender Befehlshaber des US- Army Futures Command und Direktor des Futures and Concepts Center, bei einer Konferenz am Mittwoch den Fokus der Pläne im Hinblick auf China und Russland an:

Was wir nicht haben, ist ein Konzept, das genau und mit Präzision beschreibt, wie die Dienste gegen einen Konkurrenten kämpfen werden.

Ein wichtiger Bestandteil des Global Integrated Wargame wird das Testen neuer Ausrüstung sein, damit Truppen verschiedener Militärs effizienter miteinander kommunizieren können. 

Wie Wesley sagt, benötige man eine andere Art von Kommando- und Kontroll-Struktur, wenn man alle Domänen schnell und kontinuierlich integrieren will, "um die Chancen auf einem sehr tödlichen Schlachtfeld zu nutzen". In einem Krieg mit Russland oder China, so Wesley, werde das Schlachtfeld "ausreichend hyperaktiv sein", während das Militär derzeit einen "industriellen Ansatz zur Synchronisation" anwendet.

Nach Einschätzung von Defense One stellen diese Übungen nur den jüngsten der Schritte dar, mit denen das Pentagon sich auf eine Zukunft vorbereitet, die einen "anspruchsvollen, hochmodernen Krieg mit Russland und China" beinhalten könnte, nachdem das US-Militär die letzten zwei Jahrzehnte damit verbracht hat, Bodenkämpfe gegen Aufständische im Nahen Osten und in Afghanistan zu führen.

Am Mittwoch begab sich der US-Verteidigungsminister auf seine Europareise mit Stationen in Deutschland, London und Paris. In Deutschland besucht Esper am Donnerstag Stuttgart, wo er sich mit den Kommandeuren der beiden US-Regionalkommandos, für Europa (EUCOM) und für Afrika (AFRICOM), trifft, nicht aber mit deutschen Regierungsvertretern.

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