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Neue Enthüllungen im Fall Epstein: Wärter schliefen und fälschten Bericht

Der im Showbusiness und in der Politik gut vernetzte Geschäftsmann Epstein saß wegen Missbrauchsvorwürfen in Haft. Dann soll er sich in seiner Zelle das Leben genommen haben. Neue Details zum Verhalten der Wärter, die ihn beaufsichtigen sollten, werfen neue Fragen auf.
Neue Enthüllungen im Fall Epstein: Wärter schliefen und fälschten BerichtQuelle: AFP © David Dee Delgado

Die beiden Wärter, die in der Todesnacht den Milliardär Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle zu beaufsichtigen hatten, sollen laut einem Medienbericht während der Arbeit geschlafen haben. Statt wie vorgeschrieben alle 30 Minuten nach dem Inhaftierten zu schauen, seien die beiden für Epsteins Gefängnistrakt zuständigen Beamten eingeschlafen und hätten dessen Zustand somit für rund drei Stunden nicht kontrolliert, berichtete die New York Times am Dienstag unter Berufung auf Ermittlungs- und Gefängnisbeamte.

Epstein nahm sich mutmaßlich in dieser Zeit das Leben. Er wurde von Mitarbeitern der Haftanstalt am vergangenen Samstagmorgen leblos aufgefunden und später in einem Krankenhaus für tot erklärt. Die Wärter stünden außerdem unter Verdacht, das Wachprotokoll gefälscht zu haben, um ihr fatales Versäumnis zu verschleiern, heißt es in der US-Zeitung. Demnach sollen beide Wärter – ein Mann und eine Frau – in der Zeit wegen Personalknappheit Überstunden im Gefängnis geleistet haben. Zudem habe – laut Berichten des Miami Herald – nur eine Person von beiden die notwendige Ausbildung als "vollwertiger Justizvollzugsbeamter".

Beide sind nach Angaben des US-Justizministeriums mittlerweile beurlaubt, auch der Direktor der Haftanstalt wurde auf Veranlassung von Minister William Barr versetzt. Barr hatte "schwere Unregelmäßigkeiten" in der Haftanstalt beklagt und eine gründliche Untersuchung des Falles versprochen.

Zu den Ungereimtheiten im Umgang mit dem zu Tode gekommenen Inhaftierten gehört, dass für den schwerreichen Ex-Investmentbanker nur kurz eine besondere Beobachtung angeordnet wurde – obwohl er offenbar schon im Juli nach der Ablehnung seines Antrags auf Kautionsfreilassung einen Suizidversuch unternommen haben soll und daher Wiederholungsgefahr bestand.

Der in elitären Kreisen bestens vernetzte Epstein saß in einem US-Bundesgefängnis in Manhattan, New York, wo er auch bis zum Beginn seines Prozesses bleiben sollte. Den Prozessauftakt hatte das Gericht vorläufig auf Anfang Juni 2020 festgelegt. Der Geschäftsmann wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Laut Anklageschrift baute Epstein zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring auf.

Epstein zeigte sich gerne öffentlich mit Stars und hatte unter anderem – zumindest zeitweise – Kontakte zum heutigen Präsidenten Donald Trump, zum Ex-Präsidenten Bill Clinton und zu Prinz Andrew aus Großbritannien. US-Medien spekulieren, dass ein Prozess weitere Prominente schwer belastet hätte.

Trump spielte derweil eine Twitter-Nachricht mit einer Verschwörungstheorie herunter, die er zunächst weiterverbreitet hatte. Am Samstag hatte er den Beitrag eines Kommentators retweetet, der Bill Clinton in die Nähe von Epsteins Tod rückte. Am Dienstag sagte Trump dazu vor Journalisten, es habe sich um den Tweet eines "hoch angesehenen konservativen Experten" gehandelt. "Das war nicht von mir, das war von ihm", fügte Trump hinzu. Auf die Frage, ob er wirklich glaube, dass die Clintons in den Tod von Epstein involviert seien, sagte Trump: "Ich habe keine Ahnung."

Die US-Bundespolizei FBI untersuchte unterdessen Medienberichten zufolge Epsteins Anwesen auf den Amerikanischen Jungferninseln. Laut dem Miami Herald war es die erste Durchsuchung auf dessen Privatinsel Little St. James in der Karibik, östlich von Puerto Rico.

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(rt deutsch/dpa)