
Festnahmen illegaler Einwanderer in den USA auf Rekordniveau

Wie das Heimatschutzministerium der Vereinigten Staaten in einer Pressemitteilung von Anfang September bekannt gab, konnte die Behörde Immigration and Customs Inforcement (ICE) das dritte Mal in Folge einen Rekord bei der Festsetzung illegaler Einwanderer verzeichnen. Demnach kam es im August zu fast 51.000 Festnahmen. Das Ministerium nennt als genaue Zahl 50.925 landesweit festgenommener Personen, die als Ausländer illegal eingereist und nun verhaftet worden seien.
Im Juli 2026 waren es bereits 50.208 Festnahmen gewesen, im Juni 2026 lediglich 43.900. Auch die Juni-Zahl war bereits ein Rekord gewesen. Der Justizplattform themarschallproject.org zufolge finden besonders viele Festnahmen in den südlichen Bundesstaaten Texas und Florida statt, die von republikanischen Gouverneuren regiert werden.

In beiden Bundesstaaten ist die Polizei angehalten, verstärkt Kontrollen bei mutmaßlichen Einwanderern durchzuführen. Häufig werden Personen ohne legalen Aufenthaltsstatus bei Verkehrskontrollen gefasst und dann an die Einwanderungsbehörde ausgeliefert. Auch bei Behördenterminen finden die Festnahmen statt.
Medienberichten zufolge spielt auch eine im Mai vergangenen Jahres unterzeichnete Vereinbarung mit der Transportsicherheitsbehörde TSA eine Rolle. Seitdem überprüfen Fluggesellschaften vor dem Ausstellen der Bordkarten die Passagierdaten und gleichen diese mit den vorliegenden ICE-Informationen ab.
US-Heimatschutzminister Markwayne Mullin lobte die ICE-Mitarbeiter für ihre Erfolge. Seinem Ministerium zufolge haben nach Donalds Trump erneuter Amtsübernahme bereits mehr als drei Millionen illegale Einwanderer das Land verlassen.
Den Ausländern ohne legalen Aufenthaltstitel legte Mullin ans Herz, eine Inhaftierung mit anschließender Abschiebung zu vermeiden und das Angebot der US-Regierung einer freiwilligen Ausreise mit kostenlosem Flug samt einer Ausreiseprämie von 3000 Dollar zu nutzen.
Allerdings ist der Nachrichtenagentur Reuters zufolge die Zahl der Abschiebungen nicht im gleichen Maße gestiegen wie die Zahl der Festnahmen Illegaler. Sie blieb vielmehr stabil bei ungefähr 1.200 Abschiebungen pro Tag. So viele waren es schon im Mai gewesen, als es weit weniger Verhaftungen gegeben hatte.
Außerdem bleibt weiterhin unklar, wer die ICE künftig führen soll. Gestern wurde bekannt, dass Trump seinen bisherigen Vorschlag für diesen Posten, den früheren Polizisten Lance Schroyer, ohne weitere Begründung zurückgezogen hat. Offenbar waren auch bei diesem Kandidaten Schwierigkeiten mit der Genehmigung durch den US-Senat zu erwarten. Seit 2017 üben alle ICE-Direktoren ihren Posten lediglich kommissarisch aus.
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