
New Jersey: Demonstranten nach Zusammenstößen in ICE-Gefangenenlager festgenommen

Mindestens 20 Demonstranten wurden vor einem Einwanderungshaftzentrum in Newark, New Jersey, festgenommen, nachdem sie gegen eine neu verhängte Ausgangssperre verstoßen hatten, teilte das US-Heimatschutzministerium (DHS) mit.
Die Verhaftungen erfolgten am Sonntagabend in der Delaney Hall, nach tagelangen eskalierenden Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und den Strafverfolgungsbehörden.
🚨 BREAKING: NJSP riot police have just arrived in FULL FORCE, SPRINTING at rioters who are vioIating the curfew
— Nick Sortor (@nicksortor) June 1, 2026
THIS IS HOW IT’S DONE! 🔥
ARREST THEM ALL! pic.twitter.com/oZmzTMtxh3
Nachdem sich die Menge nicht aufgelöst hatte, schritten die Beamten ein. Laut Medienberichten setzte die Polizei Tränengas ein und nahm die Aktivisten fest, die sich nach der um 21Uhr geltenden Ausgangssperre vor dem Gefängnis versammelt hatten.
"Wer randaliert, muss mit den Konsequenzen rechnen", erklärte das Heimatschutzministerium (DHS) am Sonntag auf X und fügte hinzu, dass es "Null Toleranz gegenüber Randalierern" geben werde. Die Behörde veröffentlichte außerdem Aufnahmen, die zeigen, wie Demonstranten in Busse des Sheriffs eskortiert werden, darunter ein Video, in dem Beamte einen Mann von einer Barrikade zerren, mit der Bildunterschrift: "Sei nicht so wie dieser Typ."
Don’t be this guy. pic.twitter.com/jEIrBmsG88
— Homeland Security (@DHSgov) June 1, 2026
Delaney Hall ist seit Ende Mai das Epizentrum der Demonstrationen, nachdem Anwälte der Inhaftierten mitgeteilt hatten, dass ein Hungerstreik gegen die Zustände in der Einrichtung begonnen habe. Die dortigen Inhaftierten teilten gegenüber Menschenrechtsorganisationen mit, dass ihnen Lebensmittel mit überschrittenem Verfallsdatum verabreicht, eine adäquate medizinische Versorgung vorenthalten und Misshandlungen seitens der Behörden zugefügt worden seien.
Die Unruhen verschärften sich, nachdem demokratische Politiker, darunter die Gouverneurin von New Jersey, Mikie Sherrill, den Betreibern vorgeworfen hatten, die Immigranten unmenschlichen Bedingungen auszusetzen und die Besuchsrechte einzuschränken.

Der Bürgermeister von Newark, Ras Baraka, warf der Einwanderungsbehörde ICE vor, die Spannungen in der Delaney Hall verschärft zu haben. Der Einsatz von "Schutzausrüstung, Blendgranaten, Tränengas und ähnlichen Taktiken gegen rechtmäßig versammelte Demonstranten sei falsch und eindeutig nicht zu rechtfertigen". Er sagte, die Demonstrationen hätten darauf abgezielt, auf die "unmenschlichen Bedingungen" im Internierungslager aufmerksam zu machen .
Eine von Trump kurz nach seinem Amtsantritt eingeleitete umfassende Kampagne zur Durchsetzung der Einwanderungsbestimmungen hat landesweit zu Tausenden Verhaftungen geführt. Die Regierung verteidigt das Vorgehen als Maßnahme zur Entfernung der ihrer Ansicht nach "schlimmsten der schlimmsten" Kriminellen aus den USA. Die öffentliche Unterstützung für die Kampagne hat in den letzten Monaten nachgelassen. Viele Amerikaner kritisieren die Taktiken des Heimatschutzministeriums als übermäßig aggressiv und sehen darin teilweise Ursachen für Gewalt und Todesfälle.
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