Nordamerika

Fracking-Revolution in Mexiko: Ende des US-Energie-Monopols?

Während die Energiepreise durch den Iran-Krieg explodieren, kündigt Präsidentin Sheinbaum den Einstieg ins Fracking an. Mexiko will seine massive Abhängigkeit von US-Erdgasimporten beenden und die Energiesouveränität stärken. Ein hochumstrittener Schritt, der Umweltbedenken weckt und die Spannungen mit Trump und Washington weiter anheizt.
Fracking-Revolution in Mexiko: Ende des US-Energie-Monopols?Quelle: Gettyimages.ru © Jeannette Flores / ObturadorMX

Mexiko will unkonventionelle Erdgasvorkommen erschließen, um seine Energiesouveränität zu stärken, sagte Präsidentin Claudia Sheinbaum, während die globalen Energiemärkte von den Schockwellen des US-israelischen Krieges gegen Iran erschüttert werden.

Der südliche Nachbar der USA ist dessen größter Importeur von Erdgas, wobei die Lieferungen etwa drei Viertel des mexikanischen Bedarfs decken, während die heimische Förderung aus konventionellen Feldern zurückgegangen ist und die Bedürfnisse des Landes nicht mehr erfüllt.

"Wenn wir so weitermachen, werden wir immer mehr Erdgas importieren",

sagte Sheinbaum am Mittwoch.

"Die anderen Optionen sind das sogenannte Schiefergas, ein unkonventionelles Gas."

Unkonventionelle Lagerstätten beziehen sich auf Gas, das in dichten Gesteinsformationen wie Schiefer eingeschlossen ist, welches den Treibstoff nicht frei fließen lässt und komplexere Gewinnungstechniken erfordert, einschließlich hydraulischer Frakturierung oder Fracking. Die Entwicklung war bisher aufgrund von Umweltbedenken, hohem Wasserverbrauch, regulatorischer Unsicherheit und politischem Widerstand begrenzt.

"Was ist das Problem mit dem Importieren?", fragte Sheinbaum rhetorisch. "Schauen Sie sich nur an, wie viele Länder der Welt unter dem leiden, was in Iran vorgefallen ist."

Die Preise für Kraftstoff und Energie sind seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar stark gestiegen, wobei Störungen rund um die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des globalen Öls fließt, die Märkte in Atem halten. Die Ölpreise sind auf über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, inmitten anhaltender Unsicherheit über Versorgungswege und fragiler Waffenstillstandssignale.

Sheinbaums Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der sich die  Spannungen zwischen Mexiko-Stadt und Washington vergrößern.

Im Januar – nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Kommandos wegen mutmaßlichen Drogenhandels – sagte US-Präsident Donald Trump, er könnte Angriffe gegen Drogenkartelle auf mexikanischem Territorium anordnen.

Trump behauptete auch, dass Kartelle Mexiko effektiv kontrollieren, und warf dem Land vor, die USA mit Drogen und illegalen Migranten zu "überfluten".

Mexiko hat bei der Drogenbekämpfung kooperiert, lehnt jedoch jede ausländische militärische Präsenz ab, wobei Sheinbaum warnte, dass eine solche Aktion die nationale Souveränität verletzen würde.

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