
Kanzler Merz zu Kurzbesuch in Washington

Die Maschine von Bundeskanzler Friedrich Merz ist in der Nacht zum heutigen Dienstag in Washington gelandet. Dort wird der deutsche Regierungschef heute mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zusammenkommen. Der Besuch sei, wie es heißt, schon seit längerer Zeit geplant gewesen.
Auf der Themenliste dürfte nun auch der Irankrieg stehen. Ursprünglich waren Streitpunkte wie die US-Zollpolitik, die Politik gegenüber China und der Krieg in der Ukraine für die Unterredung vorgesehen, wie der Deutschlandfunk meldet. Mit seinem heutigen Besuch ist Merz der erste europäische Regierungschef, der nach Beginn des US-amerikanisch-israelischen Angriffskriegs gegen Iran mit Trump persönlich zusammentrifft.
Ich werde Dienstag in Washington mit Präsident Trump über die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten sprechen. Ich stehe in engem Kontakt mit Partnern in Europa, Israel und der Region. Jetzt ist nicht die Zeit für Belehrungen, sondern für Geschlossenheit und gemeinsames Handeln.
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) March 1, 2026
Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, sind für den Besuch von Merz in Washington genau acht Stunden eingeplant. Bevor der Kanzler bei Trump vorfährt, wird er sich zum Frühstück mit Wirtschaftsvertretern treffen.
Was den Irankrieg betrifft, so hatte Merz am Sonntag von den Risiken einer weiteren Eskalation im Nahen und Mittleren Osten gesprochen und Zweifel geäußert, ob mit dem militärischen Vorgehen Israels und der USA ein Machtwechsel in Iran herbeigeführt werden könnte. Gleichwohl hatte Merz Verständnis für den israelisch-amerikanischen Angriff gegen Iran signalisiert.

Für 11 Uhr Ortszeit ist der Empfang von Merz im Weißen Haus angesetzt: Vorgesehen ist eine halbe Stunde im Oval Office. Da der US-Präsident die Pressekonferenzen nach Unterredungen mit Staatsgästen weitgehend abgeschafft hat, können Meinungsverschiedenheiten – wie während der ersten Begegnung mit Wladimir Selenskij 2025 – leicht vor laufenden Kameras zutage treten. Daher ist ungewiss, ob Merz heute wieder mit einer zwar dominanten, aber noch wohlwollenden Behandlung durch Trump rechnen kann. Bei seinem Antrittsbesuch hatte Merz zeitweise unbeachtet neben Trump gesessen, der sich die Zeit nahm, Reporterfragen zu Haushalts- und Zollthemen ausgiebig zu beantworten, die aber nichts mit dem Besuch des deutschen Kanzlers zu tun hatten.
Geplant ist laut RND-Angaben noch ein gemeinsames Mittagessen. Anschließend wird Merz ein Statement vor der Presse abgeben. Danach ist schon der Rückflug vorgesehen. Somit dürfte das heutige Treffen von Merz mit Trump einer der kürzesten Staatsbesuche eines Bundeskanzlers in den USA werden. Von ähnlich kurzer Dauer war wohl nur die Zusammenkunft von Olaf Scholz mit Joe Biden, als der deutsche Kanzler ohne Gefolge zum Vier-Augen-Gespräch in Sachen Sprengung der Nord-Stream-Pipelines nach Washington beordert worden war (RT DE berichtete). Das ist auf den Tag genau drei Jahre her.
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