Nordamerika

"Diese Verhaftung dient als Warnung": Ex-Offizier der US-Luftwaffe wegen China-Kontakten vor Gericht

Der ehemalige Pilot der US-Luftwaffe Gerald Eddie Brown Jr. wurde am Mittwoch in den USA verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, sein Land verraten zu haben, indem er ohne Genehmigung Piloten der chinesischen Luftwaffe an Kampfflugzeugen ausbildete.
"Diese Verhaftung dient als Warnung": Ex-Offizier der US-Luftwaffe wegen China-Kontakten vor Gericht© Urheberrechtlich geschützt

In den USA wurde ein ehemaliger Offizier und Pilot der US-Luftwaffe am Mittwoch wegen des Vorwurfs verhaftet, illegale Dienste für China geleistet zu haben. Die Festnahme von Gerald Eddie Brown Jr., auch bekannt unter dem Rufnamen "Runner", erfolgte in Jeffersonville, Indiana. Am Donnerstag soll der 65-Jährige einem Richter im südlichen Bezirk von Indiana zu einer ersten Anhörung vorgeführt werden, wie es in einer Mitteilung des US-Justizministeriums heißt. 

Gegen Brown wird ermittelt "wegen der Bereitstellung und der Verschwörung zur Bereitstellung von Verteidigungsdienstleistungen für chinesische Militärpiloten ohne Genehmigung", was gegen das Gesetz zur Kontrolle von Waffenexporten (Arms Export Control Act, AECA) verstößt. 

"Die US-Luftwaffe bildete Major Brown zu einem Elite-Kampfpiloten aus und vertraute ihm die Verteidigung unserer Nation an. Nun wird ihm vorgeworfen, chinesische Militärpiloten ausgebildet zu haben", sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt für Nationale Sicherheit, John A. Eisenberg. "Wenn US-Bürger – ob Militärangehörige oder Zivilisten – ausländische Streitkräfte ausbilden, ist dies illegal, sofern sie keine Genehmigung des Außenministeriums besitzen. Die Abteilung für Nationale Sicherheit wird alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um unsere militärischen Vorteile zu schützen und diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die gegen das AECA verstoßen", so Eisenberg.

Als ehemaliger F-35 Lightning II-Ausbilder mit jahrzehntelanger Erfahrung im Fliegen von US-Militärflugzeugen habe Brown "sein Land mutmaßlich verraten, indem er chinesische Piloten ausbildete, um gegen diejenigen zu kämpfen, die er zu schützen geschworen hatte", erklärte der stellvertretende Direktor der Abteilung für Spionageabwehr des FBI, Roman Rozhavsky. Er wirft Peking vor, das Fachwissen aktiver und ehemaliger Mitglieder der US-Streitkräfte zu nutzen, um seine Streitkräfte zu modernisieren. "Diese Verhaftung dient als Warnung: Das FBI und seine Partner werden alles daransetzen, jeden zur Rechenschaft zu ziehen, der mit unseren Gegnern zusammenarbeitet, um unseren Soldaten zu schaden und unsere nationale Sicherheit zu gefährden", warnte Rozhavsky.

Ähnlich äußerte sich Jeanine Ferris Pirro, Staatsanwältin des District of Columbia. Brown habe seinen Eid gebrochen und sein Land verraten. "Wir werden Brown und jeden, der sich gegen unsere Nation verschwört, für seine Taten zur Rechenschaft ziehen", kündigte sie an.

Laut der Anklage soll sich Brown seit mindestens August 2023 vorsätzlich mit ausländischen Staatsangehörigen und US-Bürgern verschworen haben, um Piloten der chinesischen Luftwaffe eine Ausbildung an Kampfflugzeugen zu ermöglichen.

Brown diente über 24 Jahre in der US-Luftwaffe und schied 1996 im Rang eines Majors aus dem aktiven Dienst aus. Während seiner langen Militärkarriere kommandierte er sensible Einheiten, die für Trägersysteme von Atomwaffen verantwortlich waren, leitete Kampfeinsätze und war als Fluglehrer für Kampfpiloten und Simulatoren auf verschiedenen Kampf- und Angriffsflugzeugen tätig. Anschließend arbeitete er als Frachtpilot und war zuletzt als freiberuflicher Simulatorenausbilder für zwei US-Rüstungsunternehmen tätig.

Die Anklage gegen Brown folgt ähnlichen Anklagen, die im September 2017 im District of Columbia gegen den ehemaligen Piloten des US Marine Corps Daniel Edmund Duggan erhoben wurden. Duggan wurde beschuldigt, ohne Genehmigung chinesische Militärpiloten ausgebildet und damit gegen das Waffenausfuhrkontrollgesetz verstoßen zu haben. Er wurde im Oktober 2022 in Australien festgenommen und wartet derzeit auf seine Auslieferung an die Vereinigten Staaten.

Im Juni 2024 hatten die USA zusammen mit Australien, Großbritannien, Kanada und Neuseeland ein Bulletin veröffentlicht, in dem sie warnten, dass die chinesische Volksbefreiungsarmee aktive und ehemalige Militärangehörige von NATO-Staaten und anderen westlichen Ländern ins Visier nehme, um die eigenen Fähigkeiten zu stärken. Im Februar 2025 erklärte General James B. Hecker, der damalige Befehlshaber des NATO-Luftwaffenkommandos und der US-Luftstreitkräfte in Europa und Afrika: "Wer einmal in unserem Team geflogen ist, trägt auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst die Verantwortung, unsere Taktiken, Techniken und Verfahren zu schützen."

Mehr zum Thema - Analyse der chinesischen Militärakademie zum NATO-Manöver 'Steadfast Dart 2026'

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.