Nordamerika

Handelskrieg: Trump kündigt umfassende neue Zölle an

US-Präsident Donald Trump verschärft seinen Kurs in der Handelspolitik weiter: Am Mittwoch kündigte er im Weißen Haus Zölle auf US-Importe für "Länder auf der ganzen Welt" an. Besonders stark betroffen sind neben China vor allem die Länder der EU.
Handelskrieg: Trump kündigt umfassende neue Zölle anQuelle: www.globallookpress.com © Chris Kleponis/Keystone Press Agency

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch eine neue Runde weitreichender Zölle angekündigt, die Teil seines als "Liberation Day" ("Tag der Befreiung") bezeichneten Plans sind und Besorgnis über einen möglichen globalen Handelskrieg auslösen.

Im Rosengarten des Weißen Hauses sagte Trump, er werde ein System wechselseitiger Zölle "für Länder in der ganzen Welt" einführen. Mit seinem neuen Zollpaket setzt Trump seine aggressive Handelspolitik fort. Ein Handelskrieg mit der Europäischen Union scheint nun unausweichlich, auch für die Weltwirtschaft dürften die neuen Strafzölle Folgen haben.

"Sie tun es uns an, wir tun es ihnen an", sagte Trump. Die Zölle sollen demnach so hoch sein, wie andere Länder sie auf US-Waren erheben. Trump verspricht sich davon "Billionen um Billionen" von US-Dollar.

Weiterhin sollen die Zölle reziprok sein, das heißt: Erhebt ein Land Zölle von zehn Prozent auf eine bestimmte Ware, werden die USA künftig ebenfalls zehn Prozent Zölle auf eben diese Ware erheben.

Trump bestätigte, dass die weltweiten Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Pkw und Lkw wie geplant am Donnerstag in Kraft treten werden, während die Zölle auf importierte Kfz-Teile am 3. Mai beginnen sollen.

Auf Importe aus der EU werden künftig Zölle in Höhe von 20 Prozent erhoben. Dies geht aus einer Tabelle hervor, die Trump bei der Ankündigung der Maßnahmen hochhielt. Produkte aus China werden sogar mit 34 Prozent belastet.

"Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem die amerikanische Industrie wiedergeboren wurde, als der Tag, an dem Amerika sein Schicksal zurückerobert hat, und als der Tag, an dem wir begonnen haben, Amerika wieder reich zu machen", sagte Trump. Dies sei einer der wichtigsten Tage in der US-Geschichte. Das "Goldene Zeitalter" der USA komme zurück, behauptete er weiter.

Er werde in Kürze ein entsprechendes Dekret unterschreiben, sagt er in Washington. "Arbeitsplätze und Fabriken werden zurück in unser Land kommen." Mehr Produktion zu Hause bedeute mehr Wettbewerb und niedrigere Preise. Es handele sich um die "wirtschaftliche Unabhängigkeitserklärung", sagte Trump.

Ein Importzoll funktioniert ähnlich wie eine Steuer. Sie muss vom importierenden Unternehmen gezahlt werden – in diesem Fall also von den Unternehmen in den USA. Es gilt als wahrscheinlich, dass die importierenden Firmen die höheren Kosten nicht einfach selbst übernehmen. Sie dürften sie an die Verbraucher weitergeben – die Preise steigen so, und die Inflation könnte wieder angeheizt werden. Trumps Ziel ist, US-Unternehmen davon abzuhalten, Produkte aus dem Ausland einzuführen. Das soll langfristig den Produktionsstandort USA fördern.

Da mit Gegenzöllen gerechnet wird und auf die exportierenden Unternehmen Umsatzeinbußen zukommen dürften, könnte dies zu einem Rückgang der Produktion und möglichen Stellenstreichungen führen, was die Wirtschaft insgesamt belasten kann. Ein eskalierender Handelskonflikt zwischen den USA und der EU wird daher auch für deutsche Verbraucher deutlich spürbare Auswirkungen haben.

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