Nordamerika

Früher als erwartet: US-Rentenversicherung droht bis 2033 Insolvenz

Ein neuer Bericht des US-Finanzministeriums hat ein düsteres Bild für die Zukunft des US-Rentensystems gezeichnet. Da erwartet wird, dass die Fonds bis 2033 vollständig erschöpft sein werden, wächst der Druck auf den US-Kongress, sich der Realität zu stellen.
Früher als erwartet: US-Rentenversicherung droht bis 2033 InsolvenzQuelle: Gettyimages.ru © Cavan Images

Die COVID-19-Pandemie wird dazu führen, dass die wichtigsten Reserven des US-Rentenfonds im Jahr 2033 aufgebraucht sein werden – und damit ein Jahr früher, als noch vor einem Jahr prognostiziert wurde. Grund ist ein starker Rückgang der Beschäftigung, der die Einnahmen schrumpfen ließ. Dies teilte das US-Finanzministerium am Dienstag mit.

Das Finanzministerium sagte, der Alters- und Hinterbliebenen-Treuhandfonds (Old Age and Survivors Trust Fund), der Rentenleistungen zahlt, werde in der Lage sein, 76 Prozent der geplanten Leistungen nach 2033 aus den fortlaufenden Lohnsteuereinnahmen zu zahlen. Die Kosten der Rentenversicherung in Form von monatlichen Zahlungen an die Rentner übersteigen inzwischen die Einnahmen, die sie von den US-Arbeitern erhält. 

Der eigenständige Invaliditätsversicherungstreuhandfonds (Disability Insurance Trust Fund) der Rentenversicherung wird seine Reserven im Jahr 2057 erschöpft sehen, acht Jahre früher als in der letztjährigen Schätzung. Zusammengenommen werden die beiden Rentenversicherungsfonds im Jahr 2034 erschöpft sein, ein Jahr früher als in der Schätzung vor einem Jahr, so das Finanzministerium.

Die Reserven des Krankenhausversicherungsfonds von Medicare (öffentliche und bundesstaatliche Krankenversicherung innerhalb des Gesundheitssystems der USA) werden voraussichtlich im Jahr 2026 aufgebraucht sein, was der Schätzung vom letzten Jahr entspricht. Dies wird es Medicare ermöglichen, nur 91 Prozent der geplanten Krankenhaus- und anderen Leistungen ("Teil A") aus den zu diesem Zeitpunkt erwarteten Einnahmen zu zahlen, so das Finanzministerium.

Ein Teil des Grundes für das stabile Erschöpfungsdatum ist die höhere Sterblichkeitsrate durch COVID-19. Diese reduziert einige Langzeitpflegekosten, die durch höhere erwartete Gesundheitskosten für Menschen, die durch das Virus geschwächt sind, ausgeglichen werden, sagte ein Beamter des US-Ministeriums für Gesundheit und menschliche Dienste gegenüber Reportern.

Jährliche Berichte über die Treuhandfonds sowohl der Rentenversicherung als auch von Medicare besagen, dass der US-Kongress in den kommenden Jahren Maßnahmen ergreifen muss, um die Programme finanziell abzustützen, indem er die Einnahmen erhöht, Leistungen kürzt oder andere Kosteneinsparungen findet.

Ein zusätzlicher Aspekt im diesjährigen Bericht der Rentenversicherung ist eine geschätzte Lebenshaltungskostenanpassung von 3,1 Prozent für die Leistungen im Jahr 2021 – die höchste seit einem Jahrzehnt – aufgrund höherer Inflationsraten.

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