Nordamerika

Nicht zugelassenen Impfstoff Kindern gespritzt: Kanadische Behörde entschuldigt sich für Fehler

Eine kanadische Gesundheitsbehörde bat um Entschuldigung, weil Kinder durch einen Fehler einen noch nicht für ihre Altersgruppe zugelassenen Corona-Impfstoff verabreicht bekamen. In Kanada ist derzeit nur das Präparat von BioNTech/Pfizer für unter 18-Jährige zugelassen.
Nicht zugelassenen Impfstoff Kindern gespritzt: Kanadische Behörde entschuldigt sich für FehlerQuelle: Reuters © Carlos Osorio

Kanada war das erste Land weltweit, das die Impfung gegen das Coronavirus auch auf 12- bis 15-Jährige ausgeweitet hatte. Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer wurde für diese Altersgruppe zugelassen. Das andere Corona-Präparat vom US-Hersteller Moderna darf weiterhin nicht bei unter 18-Jährigen angewandt werden. Doch genau dies ist in der Provinz British Columbia passiert. Ein Dutzend Kinder haben den Impfstoff von Moderna verabreicht bekommen.

Die regionale Gesundheitsbehörde Vancouver Coastal Health, die einen von vier Einwohnern der kanadischen Provinz British Columbia versorgt, hat bestätigt, dass am Freitag und Samstag vergangener Woche zwölf Kindern ein falscher Impfstoff verabreicht wurde. Die Behörde entschuldigte sich für den Fehler.

Derzeit ist nur das Mittel des US-Herstellers Pfizer und des Mainzer Unternehmens BioNTech für die Verwendung bei Kindern im Alter von 12 bis 17 Jahren in Kanada zugelassen. Allerdings betonten die zuständigen Beamten, dass man nicht erwarte, dass die betroffenen Kinder negative Nebenwirkungen aus der Immunisierung entwickeln. Dabei verwiesen sie darauf, dass Moderna vor Kurzem unter Berufung auf vorläufige Daten behauptet hatte, dass ihr Impfstoff Kinder auf die gleiche Weise schütze wie Erwachsene. Auch die Nebenwirkungen seien dieselben.

Seit dem 20. Mai sind auch die 12- bis 17-Jährigen in British Columbia – rund 310.000 Kinder und Jugendliche – impfberechtigt und Teil der Kampagne.

Obwohl man davon ausgeht, dass junge Kinder ein geringeres Risiko haben, an COVID-19 zu erkranken und das Virus im Vergleich zu Erwachsenen nicht so leicht verbreiten, erklärte die Gesundheitsbeauftragte der Provinz Dr. Bonnie Henry damals, dass die Regierung durch die Impfung von Kindern versucht, "die Gesamtübertragung von Corona in der Bevölkerung zu reduzieren".

Nach Angaben von Health Canada, dem Gesundheitsministerium des Landes mit Hauptsitz in Ottawa, machen Jugendliche unter 19 Jahren etwa 18,9 Prozent der gesamten Corona-Fälle aus und liegen damit nur noch hinter der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen. Allerdings wurden nur 1,8 Prozent oder 1.245 Teenager im Krankenhaus behandelt, darunter auch elf, die in Verbindung mit dem Virus gestorben waren. Das ist der geringste Prozentsatz aller Altersgruppen.

Kanada mit seinen mehr als 37 Millionen Einwohnern hat bis Ende letzter Woche etwas mehr als die Hälfte seiner Gesamtbevölkerung zumindest einmal geimpft. Weniger als fünf Prozent erhielten bislang beide Dosen.

Unterdessen hat die kanadische Gesundheitsbehörde in der vergangenen Woche die Verwendung von etwa 45.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca genehmigt, deren ursprüngliches Verfallsdatum am Montag abgelaufen ist. Das kanadische Gesundheitsministerium argumentierte, dass die Dosen bis zum 1. Juli verwendet werden können, und berief sich dabei auf Zusicherungen des britisch-schwedischen Herstellers, dass die Immunisierung auch nach dem 31. Mai noch sicher und effizient sei.

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