Nordamerika

USA: 15 Millionen Impfstoffdosen von Johnson & Johnson durch Rezepturfehler verdorben

Mitarbeitern im Johnson & Johnson-Werk in Baltimore ist beim Mischen der Inhaltsstoffe des Corona-Impfstoffs ein grober Fehler unterlaufen. Dies führte zum Verlust von 15 Millionen Dosen des Arzneimittels. Die US-Arzneimittelbehörde führt eine Überprüfung durch.
USA: 15 Millionen Impfstoffdosen von Johnson & Johnson durch Rezepturfehler verdorbenQuelle: Gettyimages.ru © Artur Widak

Vor einigen Wochen haben Mitarbeiter des US-amerikanischen Johnson & Johnson-Werks in Baltimore beim Mischen der Inhaltsstoffe des Coronavirus-Impfstoffs einen Fehler gemacht, der zum Verlust von 15 Millionen Dosen des Arzneimittels führte. Dies berichtet die Zeitung The New York Times.

Über den Verlust von 15 Millionen Dosen des Arzneimittels aufgrund eines Produktionsfehlers schreibt auch Bloomberg unter Berufung auf Quellen. Der Vorfall hat sich laut der Nachrichtenagentur bei Emergent BioSolutions ereignet, einem Unternehmen, das von der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) für die Herstellung des Johnson & Johnson-Impfstoffs nicht zertifiziert wurde.

Johnson & Johnson teilte mit, die Charge des Arzneimittels habe die Qualitätsprüfung nicht bestanden. Unternehmenssprecher Jake Sargent sagte:

"Während des Qualitätskontrollprozesses bei Emergent BioSolutions wurde eine Charge von Arzneimittelsubstanzen identifiziert, die nicht den Standards entspricht."

Wie die New York Times schreibt, führt die FDA aufgrund des Vorfalls eine Überprüfung der Fabrik durch. Alle Lieferungen des Impfstoffs des Unternehmens an Krankenhäuser in den USA seien sicher, hieß es, da diese von Johnson & Johnson-Werken in den Niederlanden hergestellt worden seien. Laut der Zeitung war jedoch geplant, nachfolgende Chargen des Arzneimittels aus dem Werk in Baltimore zu versenden, was angesichts der Ausfallzeiten wegen der Überprüfung zu Lieferverzögerungen führen könnte.

US-Beamte gehen noch immer davon aus, dass eine ausreichende Menge an Impfstoffdosen zur Verfügung stehen wird, um die Ankündigung von US-Präsident Joe Biden umsetzen zu können. Dieser hatte versprochen, bis Ende Mai Impfstoffe für die gesamte erwachsene Bevölkerung bereitzustellen, teilte die Zeitung mit und fügte hinzu, dass zwei weitere Impfstoffhersteller, Pfizer/BioNTech und Moderna, weiterhin wie erwartet Impfstoffe liefern werden.

Ende Februar war der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson von der US-amerikanischen Aufsichtsbehörde genehmigt worden. Das Medikament wird einmal verabreicht. Laut FDA ist der Impfstoff zu mindestens 66 Prozent wirksam bei der Vorbeugung von mittelschweren Krankheiten und zu 77 Prozent bei der Vorbeugung schwerer Krankheiten. Nach Bidens Plänen werden die Amerikaner bis zum Ende der ersten 100 Tage seiner Präsidentschaft 200 Millionen Coronavirus-Impfungen erhalten.

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