Nordamerika

USA: Fast-Food-Kette lockt Geimpfte mit Donuts – mitten in Debatte über massive Gewichtszunahme

Eine Fast-Food-Kette aus den USA lockt alle gegen COVID-19 geimpften Kunden mit kostenlosen Donuts an. Die Süßwaren können täglich bis Ende des Jahres abgeholt werden. Dabei nahmen viele US-Amerikaner laut einer Umfrage während der Corona-Pandemie zu.
USA: Fast-Food-Kette lockt Geimpfte mit Donuts – mitten in Debatte über massive GewichtszunahmeQuelle: Gettyimages.ru © Chris Ryan

Die US-Süßwarenkette Krispy Kreme hat am Montag angekündigt, dass alle Kunden, die gegen COVID-19 geimpft wurden, einen kostenlosen Donut erhalten. Einzige Bedingung: Ein Impfausweis, in dem vermerkt sein muss, dass der Kunde mindestens eine Teilimpfung des Pfizer- oder Moderna-Vakzins bzw. die Einzeldosis von Johnson & Johnson erhalten hat. Den Donut bekommt man nicht nur einmal geschenkt, sondern täglich bis zum Ende des Jahres. Um das Angebot zu erhalten, muss man entweder persönlich erscheinen oder den Impfausweis beim Drive-in vorzeigen.

Obwohl der Versuch, das Impfgeschäft zu versüßen, schmackhaft klingt, kam erst vor wenigen Tagen eine Umfrage der American Psychological Association (APA) heraus, die auf einen beunruhigenden Trend der Gewichtszunahme während des Corona-Lockdowns hinweist. 42 Prozent der Befragten gaben an, unerwünscht an Gewicht zugenommen zu haben – im Durchschnitt etwa 13 Kilogramm. Die größte durchschnittliche Gewichtszunahme (ca. 18,5 Kilogramm) ist in der Altersgruppe zwischen 25 und 42 Jahren zu verzeichnen. Fast jede zweite befragte Frau (45 Prozent) gab an, während der Pandemie zugenommen zu haben – im Durchschnitt um zehn Kilogramm.

In Kombination mit Schlafentzug und erhöhtem Alkoholkonsum zeichnet die Gewichtszunahme im APA-Bericht ein düsteres Bild. "Diese Umfrage zeigt eine sekundäre Krise, die in den kommenden Jahren wahrscheinlich anhaltende, schwerwiegende Folgen für die geistige und körperliche Gesundheit haben wird", sagte Arthur C. Evans Jr., Geschäftsführer von APA.

Fettleibigkeit ist jedoch auch ein großes Problem, wenn es um eine Infektion mit dem Coronavirus geht, da sie weithin als ernsthafte Begleiterkrankung gilt, die ein höheres Risiko für Komplikationen darstellt. Geschlossene Fitnessstudios und bequeme Essenslieferungen verschlimmern die Situation noch zusätzlich.

Vielleicht richtet sich die Donut-Werbung von Krispy Kreme auf jene 18 Prozent der Erwachsene, die während des Lockdowns über einen unerwünschten Gewichtsverlust berichteten und im Durchschnitt 12 Kilogramm abnahmen. Die Aktion weckte jedenfalls das Interesse an der APA-Umfrage, da das Thema "Fettleibigkeit" in den sozialen Netzwerken seitdem im Trend liegt.

Währenddessen wurde Krispy Kreme für seine taktlose Kampagne kritisiert. "Welch eine Ironie: Die Donuts von Krispy Kreme führten zu jener Begleiterkrankung, die mich überhaupt erst zur Impfung berechtigt hat!", twitterte ein Nutzer.

Ein anderer Nutzer schrieb: "Wenn Krispy Kreme an Geimpfte Donuts verteilt, ist das etwa so, als würde ein Zahnarzt den Kindern Süßigkeiten geben. Ist Fettleibigkeit nicht einer der Hauptfaktoren für schwere Fälle von COVID-19?"

Doch es gab auch lobende Worte. Die Kette habe mit der Aktion mehr zur Impfbegeisterung der Menschen beigetragen als die gesamte US-Regierung, scherzten die User.

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