Nordamerika

Krankenhaus in Arizona hielt deutsche KSK-Soldaten für Terroristen

Im US-Bundesstaat Arizona gibt es viel zu sehen, zum Beispiel das atemberaubende Monument Valley. Seltener bekommt man dort Mitglieder der deutschen Eliteeinheit KSK zu Gesicht – das wurde zwei Soldaten zum Verhängnis und löste sogar diplomatische Aktivitäten aus.
Krankenhaus in Arizona hielt deutsche KSK-Soldaten für TerroristenQuelle: AFP © Thomas Kienzle

Stellen sie sich vor, sie arbeiten am Empfangsschalter eines Krankenhauses im US-Bundesstaat Arizona und plötzlich stehen zwei Deutsche vor ihnen. Diese möchten gerne wissen, ob sie im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus in dem Krankenhaus behandelt werden würden. Die beiden können oder wollen sich zudem nicht ausweisen und zeigen stattdessen einen "NATO-Marschbefehl" vor. Was würden Sie tun? Richtig –misstrauisch werden.

Was wie die Eröffnungsszene einer neuen Netflix-Serie klingt, ereignete sich laut einem Beitrag des Spiegels tatsächlich so. Seit Anfang dieses Jahres hält sich nämlich eine komplette KSK-Kompanie für einen mehrwöchigen Fallschirmlehrgang im schönen Arizona auf. Und zwei Soldaten wollten in Corona-Zeiten offenbar ganz sichergehen und statteten der örtlichen Klinik einen kleinen Besuch ab. Bad idea.

Die beiden sollen bei ihrer "Erkundungsmission" nicht gerade sehr vertrauenerweckend vorgegangen sein. Die in zivil gekleideten Soldaten wollten sich gegenüber dem Klinikpersonal zunächst nicht ausweisen. Dann zeigten sie plötzlich statt Ausweispapieren nur einen Marschbefehl der NATO vor – leider gibt es kein Foto, das die Gesichter der Klinikmitarbeiter aus Arizona in diesem Augenblick festgehalten hat.

Berlin weiß von nichts

Der Auftritt der "German boys" war offenbar so irritierend, dass man im Krankenhaus entschied, das FBI einzuschalten. "In Sicherheitskreisen hieß es, die Klinik habe zeitweise sogar befürchtet, es handle sich bei den Soldaten um Mitglieder einer Miliz, die das Hospital für einen Anschlag ausspähen wollten", schreibt der Spiegel dazu.

War die ganze Geschichte bis jetzt nur ein Thriller, wurde nun eine Komödie daraus. Das FBI kontaktierte die deutsche Botschaft in Washington – doch die wusste wegen der strikten Geheimhaltung bei KSK-Aktivitäten nichts von dem Training in Arizona. Erst nach vielen Telefonaten mit Berlin, so schreibt der Spiegel, konnte die Angelegenheit aufgeklärt werden.

Dabei sind die Fallschirmübungen der Sondereinheit in den USA alles andere als streng geheim. Mehrmals waren dort schon Journalisten zu Besuch – und die Bundeswehr hatte Bilder von fallschirmspringenden KSK-Kämpfern sogar in einer YouTube-Serie benutzt, um junge Leute für die Bundeswehr zu werben.

Nach dieser kuriosen Geschichte dürfte neben "Brezel", "Bratwurst" und "Kindergarten" ein weiterer deutscher Ausdruck Eingang in die englische Sprache gefunden haben: "Kommando Spezialkräfte".

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