Nordamerika

Na so was: Gestohlener Laptop von Sprecherin Pelosi sollte angeblich an Russland verkauft werden

US-Strafverfolgungsbehörden untersuchen, ob eine Frau am Tag des Sturms auf das Kapitol in Washington einen Laptop aus dem Büro der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi entwendet hat und diesen an Russland verkaufen wollte. Die Beweislage sieht mau aus.
Na so was: Gestohlener Laptop von Sprecherin Pelosi sollte angeblich an Russland verkauft werdenQuelle: www.globallookpress.com © Rod Lamkey - Cnp

Am 6. Januar, als Demonstranten in das Kapitol in Washington eingedrungen waren, wurde aus dem Büro der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi ein Laptop entwendet. Die Demonstrantin Riley June Williams, die sich den Laptop zu eigen gemacht haben soll, plante, diesen an den russischen Geheimdienst zu verkaufen, wie ihr Ex-Freund gegenüber dem FBI angab. Handfeste Beweise lieferte dieser jedoch nicht. 

Die bizarre Behauptung wurde am Sonntag mit einem laufenden Strafverfahren gegen Williams in Verbindung gebracht. Die Frau muss sich bereits wegen unerlaubten Betretens des Kapitols und ordnungswidrigen Verhaltens vor Gericht verantworten. Wie ihr ehemaliger Partner dem FBI erzählte, erkannte dieser Williams auf Videoaufnahmen, die in Pelosis Büro entstanden sind. Williams habe den erbeuteten Laptop anschließend "an einen Freund in Russland senden" wollen, "der dann vorhatte, das Gerät an den SWR, Russlands Auslandsnachrichtendienst, zu verkaufen". Der Zeuge sagte, dass der "Deal" gescheitert sei und der Laptop sich entweder noch immer in Williams' Besitz befinde oder bereits zerstört wurde. 

Das FBI war bislang nicht in der Lage, die Behauptungen des Zeugen über eine russische Verschwörung zu verifizieren. Williams soll laut der eidesstattlichen Erklärung, die ihr Ex-Freund abgab, ihr Haus in Harrisburg, Pennsylvania verlassen haben. Gegen die Frau wurde ein Haftbefehl erlassen. Zu Williams konnte bislang kein Kontakt aufgenommen werden. 

Angesichts der Behauptung, dass Russland die US-Wahl 2016 manipuliert hatte, untersucht das FBI Berichten zufolge, ob die Demonstranten, die in das Kapitol eingedrungen waren, möglicherweise aus dem Ausland finanziert wurden. Die ehemalige britische Abgeordnete Louise Mensch ist sich sicher, dass "die Russen" hinter dem Debakel vom 6. Januar stecken und Williams direkte Anweisungen von diesen erhielt. Stichhaltige Beweise konnte jedoch bislang niemand vorlegen. 

Ein Sprecher von Pelosis Büro sagte, dass ein Laptop aus dem Konferenzraum entwendet worden war, der für Präsentationen diente. Unklar sei jedoch für die Beamten, ob dieses Gerät jenes ist, das sich mutmaßlich in Williams' Besitz befinden soll. 

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