Nordamerika

US-Meinungsforscher: Bidens Sieg "statistisch nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich"

Donald Trump weigert sich, seine Wahlniederlage gegen Joe Biden einzugestehen. Der amtierende US-Präsident sieht sich durch einen Wahlbetrug um seinen Sieg gebracht. Ein US-Meinungsforscher weist auf "wenige ungültige Briefwahlstimmen" in den Swing States hin.
US-Meinungsforscher: Bidens Sieg "statistisch nicht unmöglich, aber unwahrscheinlich"Quelle: Reuters © LEAH MILLIS

Patrick Basham, Gründer der Forschungsorganisation Institut für Demokratie, hat in einer Sendung auf Fox News die Glaubwürdigkeit von Joe Bidens vermeintlichem Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen angezweifelt. Dessen offensichtlicher Sieg über den amtierenden Präsidenten Trump sei "statistisch unwahrscheinlich", sagte Basham. Er nannte mehrere Vorgänge, die bei den US-Wahlen nicht den Erwartungen entsprochen haben.

Der Demokrat habe sich gegen alle Kennzahlen durchgesetzt, von denen Basham behauptet, sie hätten eine "100-prozentige Genauigkeitsrate". Diese schließen mit ein, "wie sich die Kandidaten bei den Vorwahlen geschlagen haben, die Anzahl der Einzelspenden und wie groß die Begeisterung war, die der einzelne Kandidat in den Meinungsumfragen generieren konnte".

Trump behauptet weiterhin, dass gefälschte Stimmzettel in wichtigen Swing States wie Pennsylvania und Georgia zu Bidens vermeintlichem Sieg geführt hätten. Der Republikaner will bei dieser Wahl 74 Millionen Stimmen erzielt haben, das zweitbeste Ergebnis in der US-Geschichte. Der Demokrat Biden will über 80 Millionen Stimmen erhalten haben.

Basham führte "eine historisch niedrige Rate ungültiger Briefwahlstimmen" als einen der möglichen Gründe an, warum der US-Präsident seine Wiederwahl verloren haben könnte. Dem Meinungsforscher zufolge seien die Zahlen ungültiger Stimmen in wichtigen Swing States historisch sehr hoch gewesen:

"Die Zahl der ungültigen Stimmen, die bei den Vorwahlen zu Beginn dieses Jahres weit im zweistelligen Bereich lagen und in den wichtigsten Swing States historisch oft sehr, sehr hoch waren, weisen nun eine geringe Rate von teilweise weniger als ein Prozent auf, oft sehr nahe bei null."

Mit einem starken Anstieg der Briefwahl aufgrund der COVID-19-Pandemie und angesichts der Erfahrung mit den Wählern in diesen Regionen ist es unplausibel, dass so wenige Stimmzettel für ungültig erklärt wurden, erklärte Basham.

Der Meinungsforscher fügte hinzu, dass Trumps eigene Leistung, die für einen amtierenden Kandidaten ungewöhnlich stark war, ebenfalls ein fragwürdiges Licht auf Bidens vermeintlichen Sieg wirft:

"Wenn Sie sich die Ergebnisse ansehen, werden Sie feststellen, dass Donald Trump seine Leistung auf Landesebene im Vergleich zum Jahr 2016 um fast 20 Prozent verbessert hat. Kein amtierender Präsident hat jemals bei einer Wiederwahl verloren, wenn er die Gesamtzahl der Stimmen erhöht hat. Zwischen den Jahren 2008 und 2012 hat Obama dreieinhalb Millionen Stimmen verloren, aber dennoch solide gewonnen."

Trump reagierte umgehend auf Bashams Aussage. Der Republikaner bezeichnete diese als einen zusätzlichen Beweis für seinen Sieg. Auf Twitter schieb Trump:

"Es stimmt. Wir haben diese Wahlen auf keinen Fall verloren!"

Gleichzeitig sucht er weiterhin nach legitimen Möglichkeiten, um die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen zu revidieren. Am 14. Dezember soll das Wahlkollegium abstimmen. Dieses wird vermutlich Bidens Sieg bestätigen. 

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