Nordamerika

Jimmy Dore zu RT: Egal, wer gewählt wird, Sieger bleibt der militärisch-industrielle Komplex der USA

Es sei "völlig verrückt" zu erwarten, dass Joe Biden und Kamala Harris nach ihrer Machtübernahme links abbiegen, und ihre reale Bilanz sei bisher sogar schlechter als die von Präsident Donald Trump, so der progressive US-Kommentator Jimmy Dore im Gespräch mit RT.
Jimmy Dore zu RT: Egal, wer gewählt wird, Sieger bleibt der militärisch-industrielle Komplex der USAQuelle: Gettyimages.ru

Die Idee, dass Joe Biden das Gegenmittel zu Donald Trump sei, ist reine mentale Gymnastik, ein Gedankenspiel, das die Leute in ihrem Kopf spielen müssen, weil sie es nicht ertragen können, dass Trump so ein Schwachkopf ist", sagte Dore gegenüber RT-Moderator Afshin Rattansi am Montag.

Weiter erklärte Dore, dass Biden ein "Kriegshetzer" sei: 

Er war an jedem [US-]Krieg, an den ich mich erinnern kann, beteiligt.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat sei auch dafür bekannt, dass er als Lobbyist für große Banken und die Wall Street agiert. Zudem hätte Biden 1994 unter der damaligen Regierung von Bill Clinton den sogenannten "Crime Bill" [Violent Crime Control and Law Enforcement Act of 1994] verfasst, der zu einem massiven Anstieg von Inhaftierungen führte und so "die US-amerikanischen Gefängnisse mit Schwarzen und Braunen füllte", wie Dore hervorhebt.

Die USA sind heute die größte Strafkolonie der Welt. Wir haben fünf Prozent der Weltbevölkerung, repräsentieren aber etwa 25 Prozent der inhaftierten Bevölkerung weltweit", so der Komiker und progressive Kommentator.

Auch Bidens Vizekandidatin, Senatorin Kamala Harris, hatte dabei ihre Hand im Spiel, erklärt Dore weiter und führt aus, dass Harris zuvor Generalstaatsanwältin von Kalifornien war und sich in dieser Position Befehlen widersetzte, einsitzende Kleinkriminelle aus überfüllten Gefängnissen freizulassen. Ihre Begründung? Eine Freilassung würde der US-Industrie schaden, die von Zwangsarbeit in Gefängnissen profitiere und abhängig sei.

Dore moderiert seit 2009 eine bekannte Comedy-Nachrichtensendung in den USA und ordnet sich selbst als "progressiv" ein. Er betont explizit, dass er kein Fan von Trump sei, es aber für notwendig ansehe, darauf hinzuweisen, dass die Präsidentschaft von Trump für politische Entscheidungen massiv kritisiert wurde, aber gleichzeitig hätten dieselben Medien geschwiegen, als dieselbe Politik und dieselben Maßnahmen von seinen demokratischen Vorgängern umgesetzt wurden.

Ich kämpfe lieber gegen einen Wolf im Wolfspelz als gegen einen Wolf im Schafspelz, und genau Letzteres sind Barack Obama und Joe Biden.

In den Vorwahlen der Demokraten unterstützte Dore den Senator von Vermont, Bernie Sanders, und die Kongressabgeordnete aus Hawaii, Tulsi Gabbard, nur um dann sehen zu müssen, wie Medien und Establishment versucht hätten, sie mit "Russiagate"-Vorwürfen zu diffamieren.

Bernie Sanders ist so ein Trottel, er hat dabei mitgespielt.

Dore erklärt im Gespräch mit RT weiter, die von einigen progressiven Demokraten verbreitete Vorstellung, Biden könne unter Druck gesetzt werden, nach der Wahl sich weiter nach links zu orientieren, sei "einfach verrückt". Diese Hoffnung sei "naiv und lächerlich". Leute mit solchen Erwartungen hätten das "Trump-Derangement-Syndrom", wenn sie wirklich glauben, Joe Biden sei irgendwas anderes "als ein kriegstreiberischer, faschistischer Neoliberaler, der die Arbeiter f***t und sich vor allem um die Milliardärsklasse kümmert".

Abschließend erklärte Dore:

Wer auch immer am 3. November gewinnt, es wird ein Sieg für Goldman Sachs, den militärisch-industriellen Komplex und die privaten Krankenkassen. Das sind diejenigen, die gewinnen. Die haben noch jede Wahl in meinem Leben gewonnen.