Nordamerika

Trump übt Kritik an US-Gesundheitsexperten und Seuchenzentren

US-Präsident Donald Trump wurde selbst für seinen Umgang mit der Corona-Krise national und international von Politikern und Mainstreammedien kritisiert. Nun wird erneut von Spannungen zwischen dem Präsidenten und seinem obersten Seuchenexperten berichtet.
Trump übt Kritik an US-Gesundheitsexperten und SeuchenzentrenQuelle: Gettyimages.ru © Drew Angerer

US-Präsident Donald Trump hat vor dem Hintergrund der Meldungen von steigenden Zahlen testpositiver Corona-Befunde Kritik an Experten in seiner Regierung und den US-Seuchenzentren CDC im Internet geübt. Am Montag leitete er auf Twitter eine Botschaft des Talk- und Spielshow-Moderators Chuck Woolery weiter, der behauptet hatte:

Die ungeheuerlichsten Lügen sind die über COVID-19. Jeder lügt. Die CDC, Medien, Demokraten, unsere Ärzte, nicht alle, aber die meisten, denen wir vertrauen sollen.

Trump schickte in einem weiteren Retweet eine Behauptung vom April an seine 83 Millionen Follower, wonach der Regierungsberater und Seuchenexperte Anthony Fauci Einkäufe nur mit Ausweis erlauben wolle.

Anfragen an das US-Präsidialamt, ob Trump die CDC für Lügner halte und zu Fauci, blieben zunächst unbeantwortet. Fauci hatte vor Monaten erklärt, die USA könnten in Zukunft Immunitätsbescheinigungen ausstellen. Die Spannungen zwischen dem Seuchenexperten und dem Präsidenten nahmen zuletzt zu. Fauci sagte der Financial Times vergangene Woche, er habe seit zwei Monaten kein Briefing mehr mit Trump abgehalten. Das Präsidialamt verbreitete Medienberichten zufolge am Wochenende eine Liste von Faucis Aussagen aus der Anfangszeit der Corona-Krise, die sich später als falsch erwiesen hätten. Fauci ist in der US-Bevölkerung durch Pressekonferenzen der Regierung bekannt.

Die USA sind laut offiziellen Daten weltweit am heftigsten von der Corona-Krise betroffen. Trump ist daran gelegen, das Land möglichst ohne Beschränkungen durch die Krise zu bringen, damit die Wirtschaft nach dem Abschwung wieder kräftig wächst. Trump steht im November zur Wiederwahl.

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rt/reuters