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Details zur Flugzeugentführung Surgut–Moskau: "Besatzung beschloss einstimmig Täuschungsmanöver"

Neue Details zur glimpflich geendeten Entführung des Aeroflot-Flugzeugs am Dienstag sind bekanntgeworden: Zum Beispiel kamen die Piloten sofort auf die Idee, unter dem Vorwand einer Zwischenbetankung in Chanty-Mansijsk zu landen, weil der Treibstoff nicht bis nach Afghanistan reichen würde - nur dadurch wurde eine Erstürmung der Maschine durch Antiterror-Truppen möglich.
Details zur Flugzeugentführung Surgut–Moskau: "Besatzung beschloss einstimmig Täuschungsmanöver"

"Nach Beratung mit der Flugleitstelle beschloss die Besatzung einstimmig ein solches Täuschungsmanöver", erklärte Flugkapitän Rustam Zybakin bei einem kurzen Interview direkt nach der Erstürmung gegenüber dem Ersten Russischen Fernsehen. Der Entführer habe auf den Vorschlag, vor dem von ihm verlangten Weiterflug nach Afghanistan in Chanty-Mansijsk zwischenzulanden, positiv reagiert.

Er erfuhr erst nach der Landung vom Täuschungsmanöver der Piloten, in dem Moment, als die Antiterror-Truppen das Flugzeug stürmten und ihn festnahmen. Erstaunlicherweise erfuhren jedoch auch die meisten Fluggäste erst dann von der Entführung – lediglich einige wenige hatten kurz zuvor entsprechende Nachrichten über ihre Smartphones erhalten. Dies ist das Verdienst der Flugbegleiterinnen der Aeroflot, die sich bei dem Vorfall überaus professionell verhielten. Bei einer Pressekonferenz unmittelbar nach der Befreiung des Flugzeugs erklärten die Begleiterinnen, warum sie die Androhung von Waffengewalt seitens des Entführers ernst nahmen – obwohl nach der Erstürmung weder Waffen noch Sprengstoff im Flugzeug gefunden wurden, mit denen er seine Drohung hätte wahrmachen können.

"Anzeichen eines Alkoholrauschs konnten wir bei ihm nicht feststellen, er verhielt sich angemessen," erklärte Maria Nikulina, die als Mittlerin zwischen dem Piloten und dem Entführer fungierte, da dieser während des ganzen Fluges auf seinem Sitz blieb. "Er sprach in zusammenhängenden Sätzen, es gab keinen Alkoholgeruch und nach irgendeinem Drogenrausch sah das Ganze ebenfalls nicht aus – deswegen mussten wir seine Worte ernst nehmen", bestätigte Schichtleiterin Eva Kraitschek.

Ermittler fanden heraus, dass der Entführer, Pawel Schapowalow, sehr wohl Alkoholprobleme habe und deswegen auch bei seinen Nachbarn berüchtigt sei. Beim Verhör gab Schapowalow zu, nie in Afghanistan gewesen zu sein. Auch die Fragen, warum er das Flugzeug entführte und warum er es gerade nach Afghanistan umleiten wollte, konnte er den Ermittlern nicht beantworten.

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