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"Sie reißt dir den Kopf ab": Demokratin Nancy Pelosi neue Vorsitzende des US-Kongresses

Bei der ersten Sitzung des neuen US-Kongresses ist die Demokratin Nancy Pelosi zur Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses gewählt worden. Die Gegenspielerin von US-Präsident Donald Trump erhielt am Donnerstag 220 von 430 abgegebenen Stimmen. Die Demokraten hatten bei der Kongresswahl vor knapp zwei Monaten 235 der 435 Sitze im Abgeordnetenhaus gewonnen. Sie haben damit erstmals seit acht Jahren wieder die Mehrheit in der Kammer.
"Sie reißt dir den Kopf ab": Demokratin Nancy Pelosi neue Vorsitzende des US-Kongresses Quelle: Reuters

Pelosi ist nun nach dem Präsidenten und dessen Vize die Nummer drei im Staat. Die heute 78-Jährige war bereits 2007 "Speaker", also die Vorsitzende im Abgeordnetenhaus - bis die Demokraten die Mehrheit in der Kammer im Jahr 2011 wieder an die Republikaner abgeben mussten. Bevor Pelosi dieses Mal zur Vorsitzenden gewählt wurde, musste sie größere innerparteiliche Widerstände überwinden. Mehrere Abgeordnete hatten eine personelle Erneuerung an der Spitze gefordert.

Pelosis Tochter, die Filmemacherin Alexandria Pelosi, sagte in einem CNN-Interview über die Fähigkeiten ihrer Mutter: 

Sie schneidet dir den Kopf ab, und du merkst nicht mal, dass du blutest. Das ist alles, was du über sie wissen musst, niemand hat jemals gewonnen, der gegen Nancy Pelosi gewettet hat, sie ist beharrlich.

Nancy Pelosi ist eine vehemente Trump-Gegnerin und hatte während des Präsidentschaftswahlkampfes 2016 gesagt:

Donald Trump wird nicht Präsident der Vereinigten Staaten sein...darauf könnt ihr wetten, das garantiere ich.

Der US-Präsident gratulierte seiner demokratischen Gegenspielerin zur Übernahme des Vorsitzes im Abgeordnetenhaus. Die Amtsübernahme sei "eine enorme, enorme Leistung", sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus. "Hoffentlich werden wir zusammenarbeiten und viele Dinge wie Infrastruktur und so vieles mehr erledigen." Trump warb erneut für die von ihm gewünschte Mauer an der Grenze zu Mexiko, deren Finanzierung die Demokraten ablehnen. (dpa)

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