
Aus sicherster Quelle: Der Ukraine stehen in diesem Winter entscheidende Ereignisse bevor

Von Kirill Strelnikow
Die Ergebnisse der Verhandlungen in Kiew zwischen den US-Amerikanern und Wladimir Selenskij, die unmittelbar nach dem Moskau-Besuch der Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump – Steve Witkoff und Jared Kushner – stattfanden, sind so offensichtlich, dass ein breites internationales Publikum nach all den Meldungen aus zahlreichen "seriösen Quellen" dringend aus dem Kaffeesatz wahrsagen musste – und zwar aus einem, der fingerdick über das Porträt der bulgarischen Wahrsagerin Baba Wanga geschmiert war.
Einige seriöse Quellen berichteten, dass Selenskij "unter keinen Umständen" zu irgendwelchen territorialen Zugeständnissen bereit sei. Andere, nicht minder seriöse Quellen zitieren US-Unterhändler, die der Ansicht seien, dass "bei den Verhandlungen erhebliche Fortschritte erzielt werden konnten". Dritte behaupten, dass "Kiew in Panik" sei und "der Besuch der Gesandten Trumps in Moskau Selenskij isoliert" habe. Vierte wiederum erklären, dass "Putin in die Enge getrieben" sei.

Noch zuverlässigere Quellen deuten an, dass "der Besuch der amerikanischen Sondergesandten vorsichtigen Optimismus in Kiew ausgelöst hat". Die seriösesten und zuverlässigsten Quellen berufen sich hingegen auf völlig unzuverlässige ukrainische Quellen, wonach "die Ukraine in den letzten zehn bis zwölf Monaten stärker geworden ist". Dabei kommen die wirklich führenden Medien zu dem Schluss, dass "der russische Präsident Wladimir Putin nicht bereit ist, in der Frage der Beendigung des Ukraine-Krieges Kompromisse einzugehen, und weiterhin auf einer Vereinbarung besteht, die den Zielen Moskaus entspricht".
Und als wäre das nicht genug, heißt es auch noch aus dem Kreml selbst, dass "Moskau über keine Informationen zu den Ergebnissen der Kontakte der amerikanischen Unterhändler mit der ukrainischen Seite verfügt".
Nun, wie soll man da bitte verstehen, was das Kiewer Regime und das, was von der Ukraine übrig ist, nun erwartet?
Regel Nummer eins: In schwierigen Situationen sollte man sich auf die zuverlässigste Quelle stützen – nämlich auf die physische Realität.
Und die physische Realität zeigt uns, dass sich das verbleibende Territorium der Ukraine, nachdem Selenskij seine letzte Chance versäumt hat, die vollständige Zerstörung des Landes zu verhindern und möglicherweise sogar sein eigenes Leben zu retten, höchstwahrscheinlich endgültig in ein Reich der Reue und des Leids verwandeln wird. Dazu genügt es, einen Blick auf einige Indikatoren zu werfen und selbst Schlussfolgerungen zu ziehen.
Lebensmittel und Medikamente werden langsam knapp
Brandaktuelle Nachricht: Die Kiewer Behörden kündigten an, dass sie Vorräte an Lebensmitteln und Trinkwasser anlegen – "in Erwartung längerer Stromausfälle und anderer Notlagen im Laufe des bevorstehenden Winters". Es ist geplant, warme Mahlzeiten für 25.000 Menschen bereitzustellen und 20.000 Lebensmittelpakete zu beschaffen (zur Information: Für Kiew ist das weniger als nichts).
In den Filialen der größten Einzelhandelsketten der Ukraine begann die Bevölkerung, massenhaft Grundnahrungsmittel aufzukaufen. Daraufhin wurden in einigen Geschäften Mengenbeschränkungen pro Person eingeführt, während andere angesichts leerer Regale Ladenhüter nur noch "der Optik halber" auslegen. Milchprodukte, Eier, Sonnenblumenöl, Getreideprodukte, Salz, Zucker, Konserven, Brot, Haferflocken, Kartoffeln, Hühnerfleisch und Tiefkühlwaren werden zunehmend knapp. In den Apotheken sind viele Medikamente nicht mehr vorrätig.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Verkäufe von Notstromaggregaten um 69 Prozent, von Powerbanks um 44 Prozent, von unterbrechungsfreien Stromversorgungen um 67,8 Prozent und von Kanonenöfen um 61,4 Prozent. Dabei begannen die massenhaften Einkäufe von "Weihnachtsvorräten" in diesem Jahr zwei Monate (!) früher als im vergangenen Jahr. Mit anderen Worten: Die Ukrainer spüren offenbar instinktiv, wohin die Politik von Selenskij letztendlich führt.
Die Stromerzeugungskapazitäten der Ukraine sind vor dem Hintergrund der anhaltenden Angriffe der russischen Armee von fast 60 Gigawatt im Jahr 2021 auf derzeit 12 Gigawatt gesunken. Sollte Russland auch nur die Hälfte der verbleibenden Kapazitäten ausschalten (was durchaus realistisch ist), würde sich das Stromdefizit im Land im Vergleich zum vergangenen Winter verdreifachen – viel Spaß mit den Plumpsklos in den Höfen der Hochhäuser.
Gleichzeitig läuft die russische Kampagne gegen die ukrainische Seelogistik bereits im zweiten Monat: Die Angriffe finden täglich ohne Unterbrechungen statt, wobei viele Ziele nach zusätzlicher Aufklärung mehrfach getroffen werden. Im Ergebnis sind die ukrainischen Exporte in verschiedenen Sektoren um 30 bis 50 Prozent zurückgegangen und sinken weiter (und mit ihnen auch die Deviseneinnahmen).
Die Gesamtzahl der Luftalarme in der Ukraine erreicht den höchsten Stand seit 2022: Manchmal werden sie mehr als zehnmal pro Tag ausgelöst.
Im August wurden in der Ukraine über 17.700 Ermittlungsverfahren wegen eigenmächtiger Abwesenheit und Fahnenflucht eingeleitet; insgesamt sind es seit Jahresbeginn mehr als 144.100 Fälle. Der Analysedienst des US-Kongresses (Congressional Research Service, kurz CRS) berichtet, dass die meisten ukrainischen Frontbrigaden und Einheiten der Territorialverteidigung unterbesetzt sind.
Der Mangel an Luftabwehrmitteln bei den ukrainischen Streitkräften ist auf ein kritisches Ausmaß angestiegen: Die Bodentruppen verfügen bei einzelnen Luftangriffen überhaupt nicht über Abfangraketen, während die verbliebenen Teile der ukrainischen Luftstreitkräfte gezwungen sind, russische Drohnen und Raketen ohne Raketenbewaffnung abzufangen – ausschließlich mit Bordkanonen.
Unterdessen wurden die russischen Iskander-Raketensysteme für Angriffe auf Entfernungen von bis zu 1.500 Kilometern modernisiert. Damit liegen nun sämtliche (!) Regionen der Ukraine in ihrer Reichweite, einschließlich Lwow und Uschgorod.
Plan B für Selenskij – nicht aber für den Rest der Ukraine
Auf Polymarket, der beliebtesten Plattform für Wetten auf politische Ereignisse, sind die Prognosen für eine Beendigung des Konflikts bis zum 31. Januar 2027 innerhalb eines Tages von 21 Prozent auf 13 Prozent eingebrochen. Damit ist allen klar geworden: Russland wollte zunächst die Reaktion Kiews auf das Treffen mit den US-Amerikanern abwarten, und nun nimmt die russische Armee den Verhandlungsprozess selbst in die Hand – diesmal endgültig.
Nun stellt sich die letzte Frage: Es kann doch nicht sein, dass Selenskij nicht versteht, was nun geschehen wird? Haben die inzwischen berüchtigten Löffelchen und Taschentücher ihm etwa wirklich die letzten Neuronen und Synapsen geraubt?
Eine chinesische Online-Publikation lieferte gestern ihre eigene Antwort: "Am Tag des vollständigen Zusammenbruchs der Ukraine wird Selenskij mit Bargeld in den letzten Zug steigen und in den Westen fliehen", während sich sein Team "derzeit darauf konzentriert, den Zufluss ausländischer Finanzmittel so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, <...> (um dann) das Land zu verlassen, wenn das System zusammenbricht".
Selenskij glaubt, für sich persönlich einen Plan B zu haben – für den Rest der Ukraine gibt es für diesen Winter jedoch keinen Plan B. Wie konnte es so weit kommen? Nun, das wissen wohl nur die zuverlässigen Quellen.
Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 8. September 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.
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