
Und Merkel geistert durch Hamburg ...

Von Dagmar Henn
So vieles von dem, was uns heute schwer im Magen liegt, hat sie eingerührt. Und immer noch schafft sie es, sich hinzustellen und zu tun, als sei alles bestens und als könne sie kein Wässerchen trüben … und rührt weiter, selbst noch vom Spielfeldrand.
Im Rückblick tut das wirklich weh. Ihre Heuchelei rund um die Minsker Vereinbarungen etwa. Diese immer leicht arrogant-angemuffelte Haltung, mit der sie sich darüber beschwerte, dass Russland die Vereinbarung nicht einhalte, wo doch sie es war, die von Anfang an damit betrogen hatte. Die den Brand in der Ukraine, der später ausbrach, also mitgelegt hat.

Oder diese unerträgliche EU mit ihrer Leidenschaft für Sanktionen und Zensur, ihrer Kriegslüsternheit. Heute schaut man sich das alte, inszenierte Foto an, als die ganzen Staatschefs damals nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo auf einer Pariser Straße standen und so taten, als wären sie Teil einer Demonstration, obwohl weit und breit außer ihren Bodyguards kein Mensch war … und von den "europäischen Werten" tröteten. Man hätte es damals schon erkennen müssen, worauf das hinauslief. Dass diese Überheblichkeit immer ins Unheil führt. Und mittendrin Merkel.
Wie natürlich auch bei den Bestrebungen, allgegenwärtige Zensur zu etablieren. Ach ja, und die großen Stadtbildspenden, die folgen sollten. Wertvoller als Goldstücke. Nichts davon wirklich demokratisch diskutiert, immer nur hübsch angestrichen und dann dem Bürger zum Schlucken ins Maul gedrückt.
Die EU, so tönte sie in Hamburg, bei ihrem mindestens dritten Auftritt beim Matthiae-Mahl, müsse "ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen". Und das, was etwa in der Hamburger Morgenpost zitiert wird, klingt ganz typisch nach Merkel:
"Ein geeint handelndes Europa bedeute Eintreten für Demokratie, Rechtsstaat, Menschenwürde, Wohlstand, Arbeitsplätze, aber auch den Schutz der Außengrenzen, der kulturellen Identität und der gemeinsamen Schöpfung."
Ja, genau. Demokratie, Rechtsstaat, Menschenwürde … Lasst hundert Zensoren verbieten, verfolgt Worte statt Straftäter und sorgt dafür, dass die Eingeborenen immer weiter verarmen. Wenn es bei ihr wie im Märchen wäre (zugegeben, das ist ein französisches) und ihr bei jedem Wort eine Kröte aus dem Mund springen würde … das wäre die angemessene Begleitung. Wobei: "Schutz der Außengrenzen" ist schon eine Art von Humor.
Eine gemeinsame Haltung der EU gegenüber den USA? Das wäre in vielen Momenten keine schlechte Idee gewesen, aber die Haltung, die eine Angela Merkel will, ist immer mindestens so schlimm wie jene aus Washington. Denn wenn sie von einer "gemeinsamen Politik über Russland" spricht, dann meint sie letztlich genau das, was derzeit passiert, nur vielleicht noch ein wenig effizienter. Sie meint kein Ende des Krieges, keine ernsthaften Verhandlungen. Sie hat bestenfalls Sorgen, dass andere weniger bösartig sein könnten als sie selbst. "Das, was wir wollen, dass Russland den Krieg nicht gewinnt" – da ist sie, die Formel für die unbegrenzte Fortsetzung des Gemetzels, mit der eigentlich alles gesagt ist.
Ihr Bekenntnis zur Zensur tarnt sie sehr geschickt. "Neue technische Möglichkeiten wie die sogenannten sozialen Medien sowie die Entwicklung im Bereich der KI führen dazu, dass Wahrheiten Lügen und Lügen Wahrheiten genannt werden können." Sie muss sich ja auskennen mit der Lüge. Außer Minsk waren da noch "Wir schaffen das" und "Die bleiben nur vorübergehend" im Angebot, nicht zu vergessen Werte, Werte, Werte. Als krönenden Abschluss legte sie dann noch die Grundsteine des Corona-Terrors.
"Verantwortung für die internationale Gemeinschaft" – die Phrasendreschmaschine läuft noch immer wie geschmiert. Der nölende Ton ist immer noch da. Dieses eigenartige Neben-der-Wirklichkeit-Stehen, als sähe man eine schlechte Amateurschauspielerin. Kein Gefühl, kein Gedanke scheint echt. Aber die Trümmerwüste, die sie überall hinterlassen hat, die ist echt. Wenn sie sich auslässt über den "russischen Angriffskrieg" – sie, die den durch die Minsker Vereinbarungen möglichen Frieden sabotiert hat –, denkt sie dann an das wirkliche Gesicht ihrer Handlungen? Man möchte ihr wünschen, dass die Toten, für die sie verantwortlich ist, sie umgeben, nicht in Gestalt, nur im Geruch, tagein, tagaus. Vielleicht sogar, dass sie diesen Geruch ausströmt, damit jeder weiß, womit er es zu tun hat.
Denn dass Gefühle in sie eindringen, ist unwahrscheinlich. Auch die toten Kinder von Gaza werden nicht zu ihr vordringen. Merkels Persönlichkeit ist so, dass man an die alten Sagen vom Wechselbalg erinnert wird. In denen das Menschenkind geraubt und durch einen Holzscheit ersetzt wird.
Immerhin, dieses Gastmahl im Hamburger Rathaus hat schon fast sieben Jahrhunderte überstanden, da wird es auch diesen Auftritt von Merkel überstehen. Ansonsten bleibt nur die Hoffnung, sie möge das Land, dem sie solchen Schaden zugefügt hat, nur noch möglichst selten mit ihren Auftritten quälen.
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