Meinung

US-Krieg gegen Iran – Trumps Flucht nach vorn

US-"Friedenspräsident" Donald Trump führt seit dem 28. Februar 2026 zusammen mit Israel Krieg gegen Iran. Was er in seinem Präsidentschaftswahlkampf 2025 lautstark als verfehlte Politik seiner Amtsvorgänger kritisierte, praktiziert er nun auch. Mit umso offenerer Brutalität. Eine Erklärung.
US-Krieg gegen Iran – Trumps Flucht nach vorn© US-Regierung, Website des Weißen Hauses

Von Em Ell

Nachvollziehbarerweise ist ein US-Präsident in einer imperialen Oligarchie-Plutokratie Produkt und Gefangener dieser Struktur und ihrer diversen Machtfraktionen statt eigenständiger Akteur.

Psychologisierungen über Donald Trumps Persönlichkeit erklären nicht die strukturelle Bedingtheit seines Handelns. Seine Persönlichkeit ist selbst Ausdruck der strukturellen Bedingungen, die sie geprägt haben.

Diese Struktur war und ist als Oligarchie-Plutokratie und schließlich als Imperium von Grund auf korrupt.

Das war und ist offensichtlich, auch für Trump. Dass er damit Wahlkampf gegen die US-Kriege und den Politik-Sumpf ("drain the swamp") gemacht hat, liegt auf der Hand. Dagegen, dass er dabei absichtlich gelogen hat, spricht, wie das System mit ihm umgegangen ist ("Lawfare", Mordanschläge).

Jemand, der so "dumm wie ein Kleinkind" ist, wie einige Kritiker immer wieder behaupten, schafft es kaum so weit, dass ein System so gegen ihn vorgehen muss.

Ebenso wenig muss man bei Trump irgendein "4D-Schach" bemühen, das er angeblich spielt. Das ist völlig unnötig, wenn offensichtlich ist, in welchem korrupten System er als Teil dessen steckt. Da braucht es tatsächlich nur den von Trump behaupteten "gesunden Menschenverstand", beziehungsweise den Rest davon, den es bei solcher Korruption überhaupt noch geben kann.

Immer wieder die "Ignoranz Trumps" zu kritisieren, wirkt dann selbst ignorant. Wie soll man in einem derart korrupten System, das zu allem fähig ist, "informiert" handeln (können) – außer sich in einer solchen Schlangengrube auf das zu konzentrieren und auf das zu vertrauen, was einem selbst als "Hausverstand" übrig und möglich ist?

Das System ist stärker als sein Amt. Dass Trump so weit gekommen ist, zeigt, dass er tatsächlich in der Lage war, sich gegen massive Widerstände durchzusetzen – und dass er so seine realen Möglichkeiten im Amt des Systems gegen dieses System schließlich überschätzen musste. Nur, hätte er es überhaupt anders angehen können?

Dass dann gerade Trump derart vor aller Augen umfällt, zeigt umso deutlicher, was los ist.

Ebenso, dass er nun als Umfaller umso drastischer die Flucht nach vorn antritt. Ihm bleibt gar keine andere Möglichkeit, als alles auf eine Karte zu setzen, weil es nur diese Karte gibt. Denn auch dafür, sein Amt aufzugeben, ist es zu spät. Das System würde ihn (und seine Leute) ohne den "Schutz des Amtes" sofort völlig vernichten, allein, um ein Exempel an ihm zu statuieren, was ein US-Präsident (mit seinen Leuten) zu tun und zu lassen hat. Der Krieg käme so oder so. Nun gegen Iran.

Dieses ganze Offensichtliche bis zum Äußersten zu treiben, bleibt dann als "Trumps Verdienst".

Das einzig Gute ist, dass dieses System nun zu weit über seine Grenzen hinausgeht und sich genauso übernimmt wie Trump. Einen Rückwärtsgang gibt es in einem derart korrupten System nicht. Es kann nur an sich selbst scheitern. Wir werden es sehen.

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