Meinung

Die gescheiterte Isolierung Russlands - Lawrow lässt Blinken abblitzen

Die meisten Länder des Globalen Südens unterstützen das westliche Narrativ über den Ukraine-Krieg nicht. Auch das ist eine Lektion aus diesem Konflikt für die westlichen Eliten, die sich in letzter Zeit immer selbst überschätzt haben.
Die gescheiterte Isolierung Russlands - Lawrow lässt Blinken abblitzenQuelle: AFP © Mustafa Kamaci

von Seyed Alireza Mousavi

Der Westen hat seit dem Ukraine-Krieg vergeblich versucht, Russland auf der geopolitischen Ebene zu isolieren und die Gefährdung seiner eigenen Interessen durch mediales Framing als die der "Weltsicherheit" darzustellen. US-Außenminister Antony Blinken erklärte sich nun bereit, mit seinem russischen Amtskollegen Sergei Lawrow zu sprechen, nachdem die Strategie des Westens zur Isolierung Russlands international fehlgeschlagen war.  

Seit dem Ukraine-Krieg sind nicht-westliche Allianzen dabei, an Dynamik zu gewinnen. Die BRICS-Staaten hielten vor Kurzem ihr 14. Gipfeltreffen als ein Gegenmodell zur Staatengruppe G7 ab. Seit der Verhängung der historisch beispiellosen Sanktionen des Westens gegen Moskau rücken Russland, China und Staaten des Globalen Südens enger zusammen. Mit China, Brasilien, Indien und Südafrika unterstützen vier Länder Russland, die alle gemeinsam ein Drittel der globalen Wirtschaftsleistung produzieren. Sie beziehen mehr denn je Dünger, Energie oder Waffen aus Russland.

Obwohl US-Präsident Joe Biden bei seiner ersten Nahosttour verkündete, dass die USA kein Vakuum für China, Russland und Iran im Nahen Osten hinterlassen würden und weiterhin "engagiert" in der Region bleiben wollten, brachte seine Reise im Zuge des Ukraine-Krieges kaum handfeste Ergebnisse.

Als Reaktion auf den von den USA initiierten Golf-Gipfel in Saudi-Arabien leitete Putin einen Teheraner Gegengipfel in Iran, auf dem sich der russische Präsident und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdoğan sowie der iranische Präsident Ebrahim Raisi zusammengefunden hatten. Moskau und Teheran versuchen seit dem Ukraine-Krieg, ein asiatisches Gegenmodell zum arabisch-israelischen Ordnungsmodell im Nahen Osten zu etablieren.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron und der russische Außenminister Lawrow warben kürzlich um afrikanische Regierungen. Der Westen hat dort allerdings einen Startnachteil wegen der Kolonialisierung Afrikas vor allem durch Frankreich. Während seines Treffens mit dem Rat der Arabischen Liga in Kairo hatte Lawrow letzte Woche gesagt, man stehe "am Beginn einer neuen Ära". Während Lawrow den "unabhängigen Weg", den afrikanische Länder bei der Ukraine-Frage eingeschlagen haben, lobte, warf Macron den Afrikanern auf seiner Afrika-Reise "Scheinheiligkeit" bezüglich des Ukraine-Krieges vor. Ugandas Präsident Yoweri Museveni sagte bei seinem Treffen mit dem russischen Top-Diplomaten, Russland sei seit einem Jahrhundert ein Partner im Kampf gegen den Kolonialismus. Nur aufgrund seiner Rivalität mit den USA werde das Land nicht auf einmal auch ein Feind Ugandas.

Die meisten Länder des Globalen Südens unterstützen das westliche Narrativ über den Ukraine-Krieg nicht. Auch das ist eine Lektion aus der Ukraine-Krise für den Westen. Während der Westen weiterhin versucht, sich an die schwindende Perspektive der unipolaren Welt zu klammern, ist es Russland in letzter Zeit gelungen, Netzwerke zu knüpfen und den Trend zu einer neuen multipolaren Welt und dem Ende der US-Hegemonie zu beschleunigen. 

Russlands Außenminister Lawrow hat übrigens dem Wunsch seines US-Amtskollegen Blinken nach einem Telefongespräch in den kommenden Tagen aus Zeitgründen vorerst eine Absage erteilt. Sein Terminkalender sei derzeit voll. 

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