Meinung

Es ist wieder Pride Month: Ist es nicht an der Zeit, auch Heteros zu ehren?

Gemäß dem Kalender der Woken ist der fröhliche Monat Juni angebrochen und somit wieder die Zeit gekommen, das Sammelsurium sexueller Neigungen zu feiern, die jetzt für alle und jeden verfügbar sind. Aber warum nicht auch die älteste aller fleischlichen Vorlieben ehren?
Es ist wieder Pride Month: Ist es nicht an der Zeit, auch Heteros zu ehren?Quelle: Gettyimages.ru © Noam Galai / Kontributor

Ein Kommentar von Robert Bridge

Der damalige US-Präsident Bill Clinton, dieser ehebrechende Demokrat, der die amerikanische Öffentlichkeit vor die Frage stellte, ob Oralsex mit echtem Sex gleichzusetzen sei, erklärte am 11. Juni 1999 den Monat Juni zum "Monat des schwulen und lesbischen Stolzes". Und es war seither die reinste Spritztour. Der Festmonat hat, im Geiste von Inklusivität und Vielfalt, seither einige glorreiche Seitenflügel entwickelt und ist jetzt als "Monat des lesbischen, homosexuellen, bisexuellen, transsexuellen und queeren (LGBTQ+) Stolzes" bekannt.

Der Ursprung dieses Festmonats geht auf den 28. Juni 1969 zurück, als die Polizei am frühen Morgen eine Razzia im Stonewall Inn, im trendigen Greenwich Village durchführte, einem beliebten Treffpunkt der schwulen Gemeinschaft in New York City. Wie die Überlieferung erzählt, haben sich die Gäste der Bar sowie von benachbarten Kneipen zusammengetan und sich gegen die Polizei gewehrt, als diese versuchte, Verhaftungen vorzunehmen. Der Rest ist Geschichte. Nicht zuletzt aufgrund der Stonewall-Unruhen kann die Gemeinschaft der LGBTQ+ heute einige große soziale Erfolge für sich verbuchen: Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde in allen 50 US-Bundesstaaten legalisiert, während schwule und transsexuelle Mitarbeiter vor Diskriminierung am Arbeitsplatz geschützt sind. Aber rechtfertigt die LGBTQ+-Bewegung – oder irgendeine andere Bewegung –, ungeachtet ihrer Erfolge, einen ganzen Monat lang unsere ungeteilte Aufmerksamkeit?

Der schwarze amerikanische Schauspieler Morgan Freeman wurde einmal in einem Interview gefragt, was er von einem "Monat der Geschichte der Schwarzen" halte. "Lächerlich", war seine spontane Antwort. "Ich will keinen Monat der Geschichte der Schwarzen. Schwarze Geschichte ist amerikanische Geschichte." Ein ungläubiger Mike Wallace, ein Journalist der Nachrichtensendung 60 Minutes, fragte dann weiter: "Aber wie werden wir den Rassismus los?" Die Lösung von Freeman war so genial wie einfach: "Wir hören auf, darüber zu reden! Ich werde aufhören, Sie einen Weißen zu nennen", sagte der Schauspieler zu Wallace, "und ich werde Sie bitten, aufzuhören, mich einen Schwarzen zu nennen."

Für viele Menschen fasst die Antwort von Morgan Freeman das Problem des LGBTQ+ Monats zusammen, nämlich die unaufhörliche Notwendigkeit, diese sexuellen Themen vor aller Welt, einschließlich jene der Kinder, zu konkretisieren. Was ist mit der Diskretion passiert? Es ist fast unmöglich, den Fernseher einzuschalten oder eine Zeitung aufzuschlagen, ohne mit von Sex durchtränkten Themen konfrontiert zu werden.

Tatsächlich bekommt die LGBTQ+-Bewegung viel mehr als bloß einen Monat lang Paraden, Feierlichkeiten und kostenlose Promotion durch große Unternehmen, die nicht von dieser Orgie der Tugendhaftigkeit ausgeschlossen werden wollen. Dieser kulturelle Moloch beherrscht fast jeden Aspekt unseres Lebens, jeden einzelnen Tag, bis hinab zur Grundschulebene.

Früher konnten Eltern in den USA ihre Kinder morgens in der vollen Gewissheit zur Schule schicken, dass die Kleinen eine gesunde Ausbildung erhalten. Solche "Privilegien" für steuerzahlende Bürger sind heutzutage jedoch nicht mehr selbstverständlich. Heute haben Schulen im ganzen Land es sich zur Aufgabe gemacht, kleine Kinder zu Themen im Zusammenhang mit Gender und Transgender zu unterrichten, mit dem Hinweis, dass sie – vielleicht – im falschen Körper geboren wurden. Exakt das, was jedes Kind hören muss, nicht wahr? Dies sind höchst umstrittene Themen für jeden, nicht zuletzt für kleine Kinder, die am besten den Eltern in der Privatsphäre des Hauses überlassen bleiben. Trotz zunehmender und berechtigter Bedenken, dass Klassenzimmer immer mehr hypersexualisiert werden, wird die Situation zusehends schlimmer.

Das eine öffentliche Bibliothek eine "Drag-Queen-Geschichtenstunde" für Kinder und deren Eltern veranstaltet, ist mittlerweile zum Mainstream geworden, während gleichzeitig Bücher, die Pädophilie relativieren, ihren Weg in die Schulbücherregale fanden. Im September 2021 erzählte Stacy Langton, ein besorgter Elternteil, während einer Versammlung des Schulrats der Fairfax High School in Virginia, von zwei sexuell expliziten Büchern, die sie in der Schulbibliothek gefunden hatte.

"Ich bin nicht gegen Homosexuelle, ich versuche auch nicht, die LGBTQ-Büchersammlung zu verbannen", beteuerte Langton. "Aber sie besteht buchstäblich aus Pornografie – und das ist das Problem." Ironischerweise wurde sie im Laufe ihrer Beschreibungen von schockierenden Szenen von Pädophilie, die in dem illustrierten Buch enthalten sind, angemahnt, mit dem Vorlesen aufzuhören, weil "Kinder im Publikum sind".

Aber die Geschichte wird nicht besser. Die Schulbehörde von Fairfax hat nicht nur die Bedenken der Eltern außer Kraft gesetzt und angeordnet, dass diese Bücher in den Regalen bleiben, sondern das FBI begann im Zuge einer anderen, ähnlichen Angelegenheit, "störende" Eltern ins Visier zu nehmen, die bei Schulratssitzungen erschienen sind, um sich darüber zu beschweren, was ihren Kinder hinter verschlossenen Türen unterrichtet wird. Unnötig zu erwähnen, dass das Unterrichten der eigenen Kinder, im eigenen Zuhause, in letzter Zeit einen regelrechten Boom erfahren hat.

Der Punkt hier ist, dass die USA seit dem ersten "Schwulen- und Lesben-Monat" im Jahr 2000 einen langen Weg zurückgelegt hat. Noch nie zuvor wurden Kinder so heftig umstrittenen sexuellen Konzepten ausgesetzt, die dazu führen könnten, dass ein junges, leicht zu beeindruckendes Kind sich unters Messer legen will, um zum anderen Geschlecht zu wechseln. Wie der liberale Talkshow-Moderator Bill Maher es ausdrückte: "Wir experimentieren buchstäblich an Kindern."

Braucht unsere Gesellschaft inmitten all dieser unverhohlen sexualisierten Botschaften, die aus jedem Medium dringen, wirklich einen ganzen Monat, der jeder sexuellen Abweichung gewidmet ist, die es unter dem Himmel gibt? Oder lautet die Antwort, dass man heterosexuellen Menschen einen ganzen Monat widmet, um die Sache etwas auszugleichen?

Ist es in diesen politisch überkorrekten Zeiten eine größere Herausforderung, Teil der LGBTQ+-Gemeinschaft zu sein, als verheiratet und Kinder zu haben? Der Monat Juli wäre immer noch zu haben, also warum ihn nicht als "Monat des heterosexuellen Stolzes" bezeichnen, zu Ehren dieser erschöpft aussehenden Männer und Frauen im morgendlichen Vorortszug, auf dem Weg zur Arbeit, nach einer langen Nacht mit einem weinenden, zahnenden Säugling?

Und wenn wir es pedantisch genau nehmen wollen, wäre keiner von uns – weder schwul, trans, queer, bi oder sonst etwas – anwesend, um irgendetwas zu feiern, hätte es nicht diese altmodischen heterosexuellen Leute gegeben, die sich in einer verrückt gewordenen Welt, freiwillig für die undankbare Aufgabe der Erziehung von Kinder gemeldet haben. Ist es nicht an der Zeit, dass diese Leute eine einmonatige, fahnengeschmückte Feier fordern, um damit ihre enormen Opfer zu ehren? Dies mag zwar eine gute Möglichkeit sein, die Welt wieder mal daran zu erinnern, wo die wahren Prioritäten liegen sollten. Aber die wahren Helden dieser Welt verlangen selten nach Belohnung und Bewunderung, geschweige denn einen ganzen Monat lang Party – wobei sie den gelegentlichen Babysitter für Freitag Abend wahrscheinlich nicht ablehnen würden.

Robert Bridge ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Er ist Autor von "Midnight in the American Empire", Wie Konzerne und ihre politischen Diener den amerikanischen Traum zerstören. Er twittert unter @Robert_Bridge

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