Meinung

Das Buchstabieralphabet wird verändert – aber warum?

Bald ist dann wohl Schluss mit "C wie Cäsar" und "E wie Emil". Eine neue DIN-Norm wird einige Städte in Deutschland ins Buchstabieralphabet bringen – etwa Cottbus, Essen, Nürnberg und Unna. Da ergeben sich einige dringende Fragen und Anmerkungen.
Das Buchstabieralphabet wird verändert – aber warum?Quelle: www.globallookpress.com © Sascha Steinach via www.imago-im/www.imago-images.de

von Arthur Buchholz

"Cottbus" statt "Cäsar" und "Iserlohn" statt "Ida" 26 Städte in Deutschland können sich über die mögliche Aufnahme ihres Namens ins Buchstabier-Alphabet der Verwaltung freuen. "Denn dann ist der Name unserer Stadt in aller Munde", sagte ein Sprecher der Stadt Nürnberg, die künftig für den Buchstaben "N" stehen könnte (statt "Nordpol"). Der eingetragene Verein, das Deutsche Institut für Normung (DIN e.V.) arbeitet an einer neuen Fassung der Buchstabiertafel für Wirtschaft und Verwaltung mit Orts- statt Vornamen.

Frage: Wie viel wird das kosten?

Die DIN 5009 regelt, mit welchen Worten beim Diktieren Buchstaben verdeutlicht werden. Sie wird vor allem in Wirtschaft und Verwaltung genutzt, Rettungsdienste, Polizei oder Luftfahrt sind nicht betroffen. Verpflichtend ist die Nutzung nicht, sie kommt aber in Ausbildung und Lehrbüchern vor.

Frage: Wenn also jeder "frei Schnauze" buchstabiert, wozu diese Mühe?

Sie umfasst 32 Buchstaben und Buchstabengruppen – von A wie Augsburg bis Z wie Zwickau, außerdem "Ch", "Sch", "Eszett" und die drei Umlaute Ä, Ö, Ü.

Bislang werden vor allem Vornamen ("D wie Dora", "E wie Emil") genutzt – und zwar 16 Männer- und nur sechs Frauennamen. "Das entspricht nicht der heutigen Lebensrealität", teilte das Institut mit. Es sei auch nicht möglich, alle relevanten ethnischen und religiösen Gruppen und dann auch noch geschlechtergerecht ausgewogen darzustellen. Städtenamen seien ein guter Kompromiss.

Anmerkung: Die Verantwortlichen hätten wenigstens zugeben können, dass man es der wahnsinnigen LGBTQWERTZ-Community nie recht machen kann.

In dem Entwurf setzt man vor allem auf Orte, die ein Autokennzeichen mit nur einem Buchstaben haben. Man habe versucht, westdeutsche und ostdeutsche Bundesländer ausgeglichen auszuwählen. Chemnitz, Görlitz, Jena und fünf weitere der 26 Städte vertreten die Bundesländer in Ostdeutschland. Dazu kommt mit "Vogtland" die einzige Region unter den Bezeichnungen sowie auch Berlin beim Buchstaben B.

Anmerkung: Da die Ossis durch den grassierenden "Equality"-Wahnsinn noch nicht so befallen sind, wird ihnen das herzlich egal sein.

Viele Städte zeigen sich erfreut: "Vom damit verbundenen Bekanntheitsgrad würden wir als vergleichsweise kleine Stadt besonders profitieren", hört man aus Tübingen.

"Die DIN 5009 wird gerade überarbeitet – und wir sind mit dabei", freute sich Regensburgs Zweite Bürgermeisterin Astrid Freudenstein in der "Mittelbayerischen Zeitung".

"Wir sind überrascht, aber es ist doch schön, dass man an Unna gedacht hat", sagte ein Sprecher der Stadt in Niedersachsen. Die Wahl dürfte wohl dem Umstand geschuldet sein, "dass es nicht so viele Städte mit U gibt". "Wenn es in den Sprachgebrauch übergeht, ist Xanten in aller Munde", hieß es aus der Stadt in NRW. "O für Oldenburg, klingt doch richtig gut, und zwischen Nürnberg und Potsdam fühlen wir uns auch richtig gut aufgehoben", sagte ein Sprecher der niedersächsischen Stadt.

Frage: Der Andrang auf die "Buchstabierstädte" wird alles Dagewesene übertreffen, wetten?

Der DIN e.V. arbeitet schon seit vergangenem Herbst an den neuen Diktierregeln. Ausgelöst hat die Reform Michael Blume, Baden-Württembergs Antisemitismusbeauftragter. Ihn störte, dass in der aktuellen Tafel noch immer Relikte aus der Nazi-Zeit stecken. Denn die hatten 1934 alle jüdischen Vornamen entfernt: Aus David musste Dora (der weibliche Vorname, nicht das spätere KZ), aus Nathan geopolitisch neutral Nordpol und aus Samuel der urdeutsche Siegfried werden. Zwar wurde die Tafel nach 1945 bereits einige Male wieder überarbeitet. Doch Nathan blieb draußen, der  Nordpol blieb drin – und so könnte jetzt daraus Nürnberg werden. Die Stadt teilte mit, gerade wegen der Geschichte der Stadt begrüße man den Vorstoß.

Die Ende Juli vorgestellte Fassung mit den Ortsnamen ist nur ein Entwurf, ein Vorschlag – Interessierte können sich noch mit Ideen und Kommentaren an das Deutsche Institut für Normung e.V. wenden. Die endgültige Fassung werde erst Mitte 2022 erwartet.

Man kann davon ausgehen, dass die Welt dann wieder ein beträchtliches Stück gerechter geworden ist.

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Arthur Buchholz ist Historiker und professioneller Misanthrop mit Vorliebe für Genderthemen.

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