Meinung

Die zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten und das Verdrängen der "Kollateralschäden"

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier richtet am 18. April die zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten aus. Die Ministerpräsidenten haben dazu aufgerufen, Kerzen ins Fenster zu stellen. Die ungezählten anderen Opfer einer desaströs eindimensionalen "Corona-Politik" werden dabei ausgeklammert.
Die zentrale Gedenkfeier für die Corona-Toten und das Verdrängen der "Kollateralschäden"Quelle: www.globallookpress.com © Martin Wagner via www.imago-imag

von Kaspar Sachse

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu einem bundesweiten Gedenktag am Sonntag aufgerufen. Erinnert werden soll an die knapp 80.000 Menschen in Deutschland, die mit oder an einer Corona-Infektion in den letzten 13 Monaten gestorben sind. Am Sonntag soll die Gesellschaft innehalten. Es soll den Hinterbliebenen eine Stimme gegeben und in Würde Abschied von den Toten genommen werden, sagte Steinmeier.

Auf den ersten Blick klingt das angebracht und ist durchaus begrüßenswert. Doch schnell kommen Fragen auf: Was ist mit den alten Menschen, die einsam und verlassen in den Heimen gestorben sind, den Suiziden, den Menschen, die von politisch-medialer, nie da gewesener Panik getrieben, unbehandelt gestorben sind, da sie sich nicht ins Krankenhaus getraut haben? Was ist mit den Opfern verschobener Operationen? Was ist mit denen, die aufgrund der Nebenwirkungen einer Corona-Impfung gestorben sind? Sie alle tauchen nicht zur besten Sendezeit grafisch anschaulich, aber auch bedrohlich aufbereitet in der Tagesschau auf.

Und was ist mit dem (zukünftig noch deutlich anwachsenden) Heer an Arbeitslosen, den Mittelständlern, die zum Teil alles verloren haben, den Depressiven, den Kindern und Erwachsenen, die mit Chemiebomben im Gesicht in der Schule oder auf der Arbeit, kaum Luft bekommend, ausharren, und seit Neuestem von nicht medizinischem Personal seltsame Stäbchen in die Nase gesteckt bekommen, wenn sie in den Zoo, ins Museum oder den Baumarkt wollen?

Was ist mit den lockdown-bedingten Übergewichtigen, Untergewichtigen, Leuten, die wieder mit dem Rauchen, Trinken oder anderen Drogen angefangen haben, weil sie seit einem Jahr da stehen und nicht glauben können, was hier gerade passiert, da sie die nie da gewesene 24/7-Propaganda auf (fast) allen Kanälen nicht mehr ertragen: Pandemie, Neuinfizierte, RKI, Sieben-Tage-Inzidenz, R-Wert, erste Welle, zweite Welle, dritte Welle, vierte ..., ach nein, Wellenbrecher-Lockdown, Brückenlockdown, Notbremse, fünf vor zwölf, fünf nach zwölf, Corona-Tote, Herden-Immunität, Zügel anziehen, Lauterbach, Spahn, Drosten, Söder, Merkel, Corona-Leugner, Querdenker, neue Pandemie, solidarisch und unsolidarisch, impfen, impfen, impfen, überall neue Mutanten ... STOP! Ein politisch-mediales Karussell, das sich immer stärker um die eigene Achse dreht, bis ... ja, bis wohin eigentlich?

Dazu gibt es bereits einen Gedenktag für Verstorbene. Der nennt sich Totensonntag. Es sollen nämlich auch schon vor Corona Menschen gestorben sein – an Krebs, Lungenentzündung, an Krankenhauskeimen, an Aids, an den Folgen von viel zu süßen und fetten Lebensmitteln, durch zu schnelles Fahren, an erhöhten Abgasemissionen in den Innenstädten – bekommen die auch alle einen Gedenktag? So viele Kerzen muss man erst einmal besorgen.  

Kein Mensch hätte sich bis Anfang letzten Jahres auch nur träumen lassen, wie unfassbar autoritär und eindimensional eine stets demokratisch auftretende Bundesregierung agieren kann. Wie seit über einem Jahr, und vermutlich noch lange Zeit, Grundrechte mit Füßen getreten werden; Mediziner, Journalisten, Juristen, Polizisten mit anderen Meinungen verleumdet werden – bis hin zur Entlassung aus dem Job.

Totalitäre Regime zeichnen sich dadurch aus, dass sie in fast sämtliche Lebensbereiche der Menschen eindringen, ihre Bevölkerung immer auf Trab halten, immer noch einen drauf setzen müssen. Bloß nicht zur Ruhe, zum Luft holen, zum Nachdenken kommen. Denn dann könnte man feststellen, dass bereits ein Trümmerfeld entstanden ist, dass das Land nie wieder so sein wird wie vorher. Doch zu dieser Feststellung soll es offenbar nicht kommen. Wie schnell plötzlich das neue sogenannte 4. Infektionsschutzgesetz durch sämtliche Instanzen gepeitscht wird, ist eines unzähliger Beispiele dafür. Wie lange das gelten soll, weiß kein Mensch, auch Regierungssprecher Seibert hatte am Freitag keine Antwort darauf. Etwa bis an das Ende aller Zeiten, wenn jeweils die aktuelle Inzidenz über 100 ist? 

Und der Ausblick? Auch der ist düster! Oder? Auch dem Letzten sollte nun klar geworden sein, wie die Zukunft aussehen soll: Apps, die den eigenen Gesundheitszustand speichern und Hinz und Kunz vorgezeigt werden müssen, werden kommen. Dazu Testpflicht, Impfpflicht mit Impfstoffen, die lediglich Notfallzulassungen sind und für die die Hersteller nicht haften müssen (dabei geht es bei Corona ja stets nur um die Gesundheit!) sowie Maskenpflicht als neuer Standard bis zum St. Nimmerleinstag. Aber nein, niemand redet von Pflichten oder gar Zwang. Doch dann ist das komplette soziale Leben eben tabu – Pech gehabt. Und für Amazon, Netflix und Homeoffice braucht man das alles ja nicht, wie wir im letzten Jahr festgestellt haben.  

Muss das alles so kommen? Die Frage sollte jeder für sich selbst beantworten. Vielleicht lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Was letztendlich die DDR zerstört hat, war eine eindimensionale Erzählung mit den immer und immer gleichen Verlautbarungen und einer enormen "Beratungsresistenz" der Verantwortlichen, die, umgeben von Ja-Sagern, jegliche Verbindung zu den Menschen und dem realen Leben verloren hatten. 

Der Ausgang ist bekannt. 

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