Deutschland: 2.000 Traktoren rollen in Hannover aus Protest gegen Agrarreformen ein

Einer der Redner forderte, dass die Landwirte für Umweltschutzmaßnahmen bezahlt werden sollten, und fügte an, dies solle nicht geschehen, um sie damit zu "entschädigen oder zu subventionieren", sondern "weil es ein Dienst an der Gesellschaft ist und Dienstleistungen für die Gesellschaft bezahlt werden sollten".
Zu den Bedenken der Demonstranten gehören der bis 2030 geplante vollständige Ausstieg Berlins aus der Nutzung des Herbizids Glyphosat sowie die Sorge, dass sibevorstehende Freihandelsabkommen der EU mit dem südamerikanischen Mercosur-Block sie im Wettbewerb benachteiligen könnte.
Der Protest war Teil einer koordinierten Aktion in ganz Deutschland, an der Tausende teilnahmen. Zur zentralen Kundgebung in Bonn fuhren laut Polizei über 1.000 Traktoren in die Innenstadt. Landwirte hatten sich demnach bereits am Montagabend auf den Weg in die ehemalige Bundeshauptstadt gemacht.
Auch der Deutsche Bauernverband stellt sich hinter die Proteste. "Wir haben volles Verständnis für die Demonstranten und sind solidarisch, solange die Aktionen gewaltfrei bleiben", sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied der Passauer Neuen Presse.
Agrarministerin Julia Klöckner äußerteVerständnis für die Sorgen der Landwirte. Zugleich wies die stellvertretende CDU-Vorsitzende auf nötige Veränderungen in der Landwirtschaft hin. "Ich mute den Landwirten etwas zu, Veränderungen, aber ich mache das nicht, ohne dass ich sie auch finanziell unterstütze mit Fördermaßnahmen", sagte Klöckner im ZDF-Morgenmagazin.
Greenpeace fordert, das System der Agrarsubventionen grundlegend umzustellen. Betriebe, die auf eine klima- und artenschonende Landwirtschaft umstellen, müssten gezielt finanziell unterstützt werden. Zugleich müssten aber auch die Verbraucher bereit sein, für gesunde, umweltfreundlich produzierte Lebensmittel einen angemessenen Preis zu zahlen.
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