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Haitianer am Rande der Verzweiflung: Erdbebenregion auch noch durch Tropensturm überflutet

Nur zwei Tage nach einem verheerenden Erdbeben wurde Haiti am Montagabend von dem tropischen Sturm Grace heimgesucht. Tausende von Obdachlosen, die in provisorischen Lagern im Freien oder auf offenen Straßen Zuflucht gefunden hatten, mussten verzweifelt weiterziehen, um Schutz vor dem Regen zu suchen.

"Die Situation ist sehr schwer für mich. Ich habe viele Kinder dabei, und wir sind im Regen. Ich habe nicht einmal ein Stück Plastik, um uns zu bedecken und um zu schlafen", sagt Odette Seïde, ein Erdbebenopfer, das in einem Lager im Freien untergekommen war. Nach Einbruch der Dunkelheit peitschten starker Regen und Wind auf das südwestliche Gebiet des verarmten Landes.

Beamte warnen nun davor, dass die Niederschläge in einigen Gebieten bis zu 38 Zentimeter erreichen könnten, bevor der Sturm weiterzieht. Der Südwesten Haitis war schon am Samstag das Gebiet, das am stärksten von dem Erdbeben betroffen war. Mit einer Stärke von 7,2 auf der Richterskala erschütterte es große Teile der Region.

Die haitianischen Behörden erhöhten ihre Zahlenangabe der Todesopfer aufgrund des Erdbebens auf über 1.400. Die Zahl der Verletzten liegt bei rund 6.000. Immer mehr von ihnen strömen in die völlig überlasteten Krankenhäuser, wie hier in der Stadt Les Cayes. Viele der Verwundeten müssen hier in den Korridoren warten und werden zum Teil im Freien behandelt. Den Ärzten fehlt es an grundlegender Ausstattung wie Schmerzmittel oder Stahlstifte, um Knochenbrüche zu behandeln.

"Wir haben alle Arten von Frakturen und Wunden hier – offene Frakturen, innere Frakturen, Frakturen am Becken, Ausrenkungen des Femurs und des Humerus oder Frakturen, die einer Infektion ausgesetzt sind", erklärt Dr. Antoine Titus, ein Arzt eines Krankenhauses in Les Cayes. Laut offiziellen Berichten zerstörte das Erdbeben mehr als 7.000 Häuser und beschädigte weitere 5.000. Mehr als 30.000 Obdachlose warten nun auf Hilfe, und auch die vielen Verletzten müssen irgendwie versorgt werden.

Um die überforderte Regierung Haitis zu unterstützen, haben die chilenische und die mexikanische Regierung Wasser, Essen und Medizin in die Region geschickt. Und auch die US-Küstenwache transportiert mit ihren Hubschraubern medizinisches Personal von Port-au-Prince in die Erdbebenzone und von dort die Verletzten wieder zurück in die Hauptstadt.

Doch der Tropensturm Grace erschwert nun die dringend benötigten Hilfeleistungen und verlangsamt die Rettungs- sowie die Sucharbeiten nach verbliebenen Opfern unter den vielen Trümmern.

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