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"Konzentrationslager"? Besuch bei Alexei Nawalny in der Strafkolonie bei Wladimir (engl.)

Seit fünf Wochen befindet sich Alexei Nawalny in einer Strafkolonie. Da er die Haftbedingungen miserabel findet, trat er vor wenigen Tagen in den Hungerstreik. Das Mitglied des Menschenrechtsrates Maria Butina besuchte ihn am nächsten Tag, um sich selbst ein Bild zu machen.

Nach den Beschwerden des russischen Oppositionellen Alexei Nawalny über folterartige Haftbedingungen und Gesundheitsbeschwerden teilte die Vollzugsbehörde FSIN in einer Pressemitteilung mit, dass Nawalny die notwendige medizinische Versorgung gemäß seinen "aktuellen medizinischen Diagnosen" bekomme. Außerdem bestätigte die Behörde, dass der Oppositionelle bereits Rügen wegen "wiederholter Verstöße" erhalten habe. Am 31. März teilte Nawalny via Instagram mit, dass er aus Protest in einen Hungerstreik trete.

Die Menschenrechtlerin Maria Butina besuchte in Begleitung eines Kamerateams am 1. April die Strafkolonie Nr. 2 der Region Wladimir, in der Nawalny seine zweieinhalbjährige Haftstrafe wegen eines Wirtschaftsdelikts absitzt. Die "Justizvollzugsanstalt des allgemeinen Regimes für Ersttäter in der Stadt Pokrow" – so heißt die Strafkolonie – ist wohl das derzeit meistdiskutierte russische Gefängnis. Butina sprach mit Nawalny selbst, mit der Gefängnisleitung, mit einer Medizinerin, mit den Mitarbeitern des Gefängnisses sowie einem Häftling, Nawalnys Nachbarinsassen.

Butina ist Mitglied der Gesellschaftskammer und des Menschenrechtsrates beim Präsidenten und kümmert sich für gewöhnlich um die Rechte der im Ausland inhaftierten russischen Bürger. Sie selbst wurde 2018 in den USA für schuldig befunden, als nicht registrierte ausländische Agentin in den USA tätig gewesen zu sein. Nach fast einem Jahr in Untersuchungshaft hatte sie fünf Monate in einer Bundesvollzugsanstalt in Tallahassee, einem Mindestsicherheitsgefängnis in Florida verbracht, bevor sie nach Moskau abgeschoben wurde.

Als sich Butina dem Inhaftierten Nawalny im Wohngebäude der Insassen näherte, lag er auf seinem Bett und las ein Buch. Er willigte in ein Gespräch ein, wollte aber nicht dabei gefilmt werden. Im Gespräch mit der Menschenrechtlerin ging es um seine Weigerung, seine Dienstpflichten beim Saubermachen in Gemeinschaftsräumen zu erfüllen, und um die angeblichen "Folterbedingungen" in der Strafkolonie. Im Vergleich zu US-Gefängnissen sieht laut Butina die Strafkolonie Nr. 2 in der Region Wladimir eher wie ein Hostel oder Pfadfinderlager aus. Als sie versuchte, Nawalny dies klarzumachen, beschimpfte er sie als "Diebin". Auszüge aus dem Disput sind auch in der RT-Reportage zu sehen.

Mehr zum Thema - Hinter den Kulissen von Amnesty International: Nawalny als "gewaltloser politischer Gefangener"

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