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USA: Polizei zerstreut Massenversammlung bei jüdischem Begräbnis – Antisemitismus-Vorwürfe folgen

Hunderte Menschen haben eine chassidisch-jüdische Beerdigung in New York begleitet, obwohl die US-Stadt massiv vom Coronavirus betroffen ist. Die Aufnahmen zeigen den Trauerzug für einen Rabbiner, der an dem Coronavirus gestorben sein soll. So gut wie keiner der Anwesenden hielt sich an die soziale Distanzierung. Viele trugen keine Maske. Aufgrund des Polizeieinsatzes werden nun Antisemitismus-Vorwürfe gegen den New Yorker Bürgermeister de Blasio laut – er wird sogar mit Hitler vergleichen.
USA: Polizei zerstreut Massenversammlung bei jüdischem Begräbnis – Antisemitismus-Vorwürfe folgen

Bill de Blasio, der selbst vor Ort war, als die New Yorker Polizei die Versammlung auflöste, twitterte: 

Meine Botschaft an die jüdische Gemeinde und alle Gemeinden ist ganz einfach: Die Zeit der Warnungen ist vorbei! Ich habe das NYPD angewiesen, unverzüglich diejenigen vorzuladen oder sogar zu verhaften, die sich in großen Gruppen versammeln. Es geht darum, diese Krankheit zu stoppen und Leben zu retten. Punkt.

Der Bürgermeister schrieb später:

Was ich sah, wird NICHT toleriert werden, solange wir das Coronavirus bekämpfen.

Die Menge konnte ohne Verhaftungen zerstreut werden. Der Polizeikommissar sagte am Mittwoch, dass ein Dutzend Vorladungen wegen der Verletzung der sozialen Distanz und der Weigerung, sich zu entfernen herausgegeben wurden.

Zwar unterstützen viele Menschen die Aktion. Sie glauben, dass de Blasios Forderung mitten in der COVID-19-Epidemie, an der bis heute fast 23.000 New Yorkerinnen und New Yorker gestorben sind, legitim sei. Andere kritisieren de Blasio jedoch scharf dafür und beschuldigten ihn, Juden auszugrenzen und sogar unverhohlen antisemitisch zu sein.

Der orthodox-jüdische Rat für öffentliche Angelegenheiten hat nun Fotos von New Yorkern hochgeladen. Diese waren am Dienstag zahlreich an das Ufer des Hudson Rivers geströmt, um zwei Kunstflugteams, die zu Ehren der gegen COVID-19 kämpfenden Mediziner flogen, zuzusehen. 

Einige Nutzer waren über die Polizeiaktion im Trauerzug so empört, dass sie de Blasio "buchstäblich wie Hitler" und als "Nazi" bezeichneten. Unter ihnen war die ehemalige republikanische Kongresskandidatin DeAnna Lorraine, die twitterte

Blasio verfolgt wohl die Idee des Reiches, um Menschen zusammenzutreiben und zu verhaften. Ich hörte, dass er als nächstes die Kammern frei machen will.

De Blasio war diese Woche selbst in die Kritik geraten, weil er sich nicht an die sozialen Gebote gegen die Virus-Eindämmung gehalten habe. Er war mit seiner Frau in einem Park gefilmt worden. Kritiker warfen ihm Egoismus vor. Er hätte zu Hause bleiben können, immerhin lebe er in der Gracie Mansion mit einem eigenen Park. Er hatte zuvor eingeräumt, dass es für die New Yorker eine Herausforderung sei, während der COVID-19-Quarantäne nicht hinauszugehen und das warme Wetter zu genießen, bevor er selbst an dieser scheiterte.

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