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Präsident von Muslimverband in Österreich: Kopftuchverbot in Grundschule "verfassungswidrig"

Das kürzlich verabschiedete österreichische Gesetz zum Verbot von Kopftüchern in Klassenzimmern für Kinder unter zwölf Jahren stellt eine Diskriminierung von Muslimen dar und beruht auf Misstrauen und Anschuldigungen, sagte der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Ümit Vural, am Freitag in Wien.
Präsident von Muslimverband in Österreich: Kopftuchverbot in Grundschule "verfassungswidrig"

In einem Interview erklärte Vural:

Was hier geschah, ist, dass der Staat die Religionsfreiheit auf die Kippa im Judentum und den Turban im Sikhismus ausgedehnt hat, während das Kopftuch trotz und gegen unsere Stimme von dieser Religionsfreiheit ausgeschlossen war. Und deshalb überschreitet sie ihre Kompetenz.

"Das hilft weder der Integration noch dem Wohlbefinden der Kinder. Das Gegenteil ist der Fall. Muslimische Kinder werden stigmatisiert und diskriminiert", fügte er hinzu.

Er kündigte zudem an, dass die Organisation vor dem österreichischen Verfassungsgericht Maßnahmen zur Bekämpfung des Gesetzes ergreifen werde.

Seine Stellungnahme folgte auf die Verabschiedung eines Gesetzes durch das Österreichische Parlament, das Kopftücher in Schulen für Kinder unter zwölf Jahren verbietet.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) ist eine Dachorganisation von über 250 muslimischen Verbänden im Land, die den islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen in ganz Österreich verwaltet und als Repräsentanz der gesamten Gemeinschaft fungiert.

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