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Polen: Polizei blockiert Gegenproteste zu nationalistischem Marsch in Hajnówka

Am Samstag war beim nationalistischen "Marsch zum Gedenken an die mit Fluch belegten Soldaten" in der polnischen Stadt Hajnówka eine starke Polizeipräsenz zugegen, um Proteste gegen den Marsch zum Gedenken an den antikommunistischen polnischen Soldaten Romuald Rajs in Schach zu halten.
Polen: Polizei blockiert Gegenproteste zu nationalistischem Marsch in Hajnówka

Die Polizei hinderte den Zug des Gegenprotests daran, den Marsch zu unterbrechen, während die nationalistischen Teilnehmer des Marsches mit Bannern und Fahnen einer antikommunistischen Gruppe gedachten, die 1946 Gräueltaten an weißrussischen Zivilisten verübte.

Der Marsch der Nationalisten durch das Zentrum von Hajnówka fand zum vierten Mal statt. Eine der Hauptfiguren des Gedenkens ist Romuald Rajs alias "Bury", der für die Ermordung von 79 Zivilisten weißrussischer Nationalität bzw. orthodoxen Glaubens, einschließlich älterer Menschen, Frauen und Kinder, im Januar und Februar 1946 verantwortlich war. Das Institut des Nationalen Gedenkens bezeichnet den sogenannte "Bury Pogrom" als Völkermord.

Angeführt wurde der Marsch von Piotr Rybak, einem der Justiz bekannten Nationalisten. Am Holocaust-Gedenktag organisierte er neben dem ehemaligen Lager Auschwitz eine Demonstration von Nationalisten. Im November 2015 verbrannte er auf dem Marktplatz Wrocław einen Judenstern. Für diese Tat wurde er zu zehn Monaten Haft verurteilt, die Strafe wurde später auf drei Monate reduziert.

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