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Russlands selbsternannter "Kämpfer gegen Korruption" Nawalny mit Bockwürsten angegriffen

Der Oppositionelle und selbsternannte "Kämpfer gegen Korruption", Alexej Nawalny, ist gestern zum Opfer einer Würstchen-Attacke geworden. Er war gerade nach einer Europareise auf dem Flughafen Moskau-Domodedowo angekommen, als eine Frau ihn um ein gemeinsames Foto bittet. Prompt nähern sich ihm von hinten drei Männer und bewerfen ihn mit Bockwürsten. Nawalny versucht, nach den Angreifern zu treten. Auf Instagram behauptet er, dass die Polizisten, die vor Ort waren, ihn ausgelacht hätten.

Nawalny wurde selbst bereits wegen Veruntreuung von 430.000 Euro zu fünf Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Dennoch gründete er 2011 die Nicht-Regierungs-Organisation "Fonds zur Korruptionsbekämpfung" und will mittels dieser angebliche Korruptionsfälle der Regierung in Moskau im Zusammenhang mit staatseigenen Unternehmen aufdecken. Seine Organisation finanziert sich aus Spenden, unter anderem von der US-amerikanischen Stiftung NED zur Förderung der Demokratie. Diese wiederum erhält ihr Geld aus dem US-Bundeshaushalt und unterstützt damit über 1.000 "demokratiefördernde Organisationen" in über 90 Ländern. Dass Nawalny auch nationalistische und teils rassistische Ansichten vertritt, stört seine Förderer wenig. So bezeichnete er in einem Video Menschen aus dem Nordkaukasus als Kakerlaken, die man erschlagen und, falls sie zu mächtig sind, erschießen müsse.

Letzten Winter kündigte Nawalny an, dass er 2018 zu den Präsidentschaftswahlen antreten will. Durch eine Verurteilung wegen Diebstahl im Februar ist seine Antrittserlaubnis allerdings erloschen. Er versucht derzeit am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte das Urteil aufheben zu lassen. Im Dezember wird das Wahlverfahren für die Präsidentenwahl im März 2018 offiziell eingeleitet. Würde er tatsächlich antreten, würde ein Sieg aber sehr fraglich sein. Seine Beliebtheit in Russland ist außerhalb der Großstädte sehr gering, auch der landesweite Organisationsgrad seiner Organisation. Viele glauben, dass er im Interesse dritter Staaten an der Destabilisierung Russlands arbeitet. Er ist bereits mehrfach Opfer von politischen Protestaktionen ähnlicher Art geworden.

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