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"Die meisten sind gute Kinder": Sieben Nächte Straßenschlachten in Nordirland

Bereits sieben Nächte in Folge wurde Nordirland von massiven Krawallen erschüttert. Auch am Donnerstag randalierten Jugendliche in der nordirischen Hauptstadt Belfast. Ein Großaufgebot der Polizei versuchte, den Protest zu zerstreuen und setzte Wasserwerfer ein.

Bereits sieben Nächte in Folge wurde Nordirland von massiven Krawallen erschüttert. Auch am Donnerstag randalierten Jugendliche in der nordirischen Hauptstadt Belfast. Ein Großaufgebot der Polizei versuchte den Protest zu zerstreuen und setzte Wasserwerfer gegen die Jugendlichen ein.

"Wir reden hier über eine kleine Minderheit von jungen Leuten. Die meisten jungen Leute sind gute Kinder, sie nehmen nicht an solchen Aktivitäten teil. Aber natürlich gibt es eine kleine Anzahl, die es doch tut", erklärte Sean Murray, der Gemeindeleiter im nationalistischen West-Belfast am Donnerstag.

Die Vorsitzende der Democratic Unionist Party und erste Ministerin, Arlene Foster, verurteilte diese Ausschreitungen:

"Das ist kein Protest. Das ist Vandalismus und versuchter Mord. Diese Aktionen repräsentieren weder Unionismus noch Loyalismus", schrieb sie auf Twitter.

Hinter den Ausschreitungen stehen laut Behördenangaben radikale Unionisten, die sich nicht mit der Brexit-Grenzregelung abfinden wollen. Seit Beginn der Unruhen wurden rund 50 Polizisten verletzt und es gab mehrere Verhaftungen.

Die aktuellen Ausschreitungen gehören zu den schwersten, seitdem mit dem Karfreitagsabkommen 1998 der Nordirlandkonflikt beruhigt wurde. Die Spannungen in Nordirland haben seit dem Brexit deutlich zugenommen, da Nordirland seitdem nicht mehr zur EU gehört – Irland jedoch schon. Im Brexit-Abkommen wurde für Nordirland ein Sonderstatus festgelegt. Durch diesen verbleibt Nordirland de facto innerhalb des EU-Handelsraums. Es gibt keine Grenzkontrollen an der Landgrenze zur Republik Irland. Die entsprechenden Kontrollen finden in den nordirischen Häfen statt, wenn Waren aus den anderen Teilen des Vereinigten Königreichs nach Nordirland kommen.

Von pro-britischen Unionisten wird das Brexit-Abkommen als Bedrohung für ihre Union mit dem Vereinigten Königreich wahrgenommen. Entsprechend äußerte sich der Loyalist Communities Council (LCC), eine politische Dachorganisation pro-britischer Gruppierungen wie der UDA und UVF. Die de facto geschaffene Seegrenze isoliere sie von Großbritannien und rücke eine Einheit mit Irland in die Nähe. In einer Erklärung Anfang März drohte der LCC mit einem Rückzug vom Karfreitagsabkommen von 1998, wenn das Brexit-Protokoll weiter bestehen bleibe, das das Recht auf ungehinderten Verkehr von Waren und Bürgern innerhalb des Vereinigten Königreichs bedrohe.

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